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Stress und Ärger bestimmen häufig den Alltag
von Angehörigen pflegebedürftiger alter
Menschen: Zunächst richtet sich der Ärger an
den Senior, der schwer zufrieden zu stellen
ist; wurde er in einem Pflegeheim
untergebracht, lösen kritisierende
Angehörige und Freunde Ärger aus; und bei
näherer Betrachtung der Verhältnisse im
Pflegeheim verursachen auch sie erneuten
Ärger, berichtet Prof. Dr. Brigitte Jenull
(Universität Klagenfurt) in ihrer Studie
"Spannungsfeld Pflegeheim".
"Bedrückt, niedergeschlagen und verzweifelt
erleben sich die betroffenen Angehörigen in
der Phase des Heimeinzugs. Mit der
Gefühlsdimension Trauer wird vor allem ein
Mitfühlen und ein Mitleid mit den alten
Menschen und oft auch ein Bedauern gegenüber
dem tristen, unwürdigen Pflegeheim
ausgedrückt. Die Äußerungen der Angehörigen
gehen in die Richtung, dass sie niemandem
ein Leben im Heim wünschen oder kein alter
Mensch ein solches verdient hätte."
In der Umfrage bei Angehörigen registrierte
die Psychologin sehr viel Angst: Die
zentralen, besorgten "Äußerungen
fokussierten auf die Heimumgebung, die
Pflegequalität und den
abhängigkeitsfördernden Umgang mit
pflegebedürftigen Menschen." Jenull sieht
bei Angehörigen die berechtigte Sorge, dass
eine prophylaktische Inkontinenzversorgung,
die im Alltag verwendete Babysprache und
Einschränkungen in der Selbstbestimmung den
Abbau-Prozess beschleunigen können.
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