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Dialysepatienten leiden häufig, aber meist
unauffällig unter kognitiven Störungen. Die
Schwankungsbreite ist meist ausgeprägt: Am
Tag der Blutwäsche fällt die kognitive
Leistungskraft in ein Tief, liegt jedoch am
vorausgehenden und am folgenden Tag
möglicherweise auf einem höheren Niveau.
Unter diesen Umständen verwundert es nicht,
dass viele Dialysepatienten einen großen
Teil der ärztlichen und pflegerischen
Empfehlungen nicht wirklich realisieren,
berichtet Prof. Dr. Frank Eitner (Aachen) in
seinem Beitrag zum aktuellen Jahrbuch der
"Akademie Niere".
"Nierenkranke Patienten mit kognitiven
Beeinträchtigungen zu identifizieren kann
den behandelnden Ärzten und den beteiligten
Angehörigen unmittelbar helfen, z.B. bei der
Unterstützung der Medikamenteneinnahme und
bei der Diät- und Pflegeplanung." Daher
empfiehlt Eitner dringend ein entsprechendes
Screening.
Etwa 25 Prozent der Dialysepatienten leiden
unter einer klinischen Depression - vor
allem nach einer längeren Behandlungsdauer,
besonders häufig Jüngere und Frauen. Eitner
empfiehlt ein regelmäßiges
Depressionsscreening - zum Zeitpunkt der
Dialyseeinleitung, drei bis sechs Monate
nach Dialysebeginn, dann etwa jährlich.
Dialysepatienten, deren Depression
diagnostiziert wurde, erhalten meist keine
oder eine unzulängliche antidepressive
Medikation. Trotz aller Unsicherheiten
empfiehlt Eitner selektive
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. "Eventuell
notwendige Dosisanpassungen der
Antidepressiva bei terminaler
Niereninsuffizienz sind abhängig von der
ausgewählten Substanz und der
Substanzklasse.
Die Behandlung der Depression ist zusätzlich
dadurch kompliziert, dass ein erheblicher
Teil der Dialysepatienten mit einem
positiven Screening für Depression jegliche
weitere Diagnostik und Therapie ablehnt.
Gründe hierfür sind u.a. die fehlende
Akzeptanz, zusätzliche Medikamente
einzunehmen, und die Sorge vor einer
Stigmatisierung ..."
Dennoch ist es nach Einschätzung von Eitner
lohnenswert, Depressionen optimal zu
behandeln: einerseits um die Lebensqualität
für den Patienten, die Angehörigen und das
Behandlungsteam zu verbessern und anderseits
um das depressiv-selbstschädigende Verhalten
des Patienten zu reduzieren, d.h. die
Lebenszeit zu verlängern...
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