17. Januar 2012
 

Jeder siebte Erwachsene hat Auto-Antikörper im Blut

 

Antinukleäre Antikörper, die wichtigsten Marker für Autoimmunerkrankungen, sind weitaus häufiger als bisher angenommen. In einer US-Studie in Arthritis & Rheumatism (2012; doi: 10.1002/art.34380) wurden sie bei jedem siebten Erwachsenen im Blut nachgewiesen.

Antikörper gegen körpereigenes Gewebe sind die Auslöser einer langen Reihe von Autoimmunerkrankungen, und ihr Nachweis im Blut ist ein wichtiger diagnostischer Hinweis. Zu den ersten Tests gehört im klinischen Alltag ein Assay auf antinukleäre Autoantikörper (ANA). Sie treten sehr häufig beim Lupus erythematosus und dem Sjögren Syndrom, aber auch bei der rheumatoiden Arthritis auf.

ANAs sind jedoch nicht beweisend. Sie können bei anderen Erkrankungen (mit Schädigungen von Zellen und Zellkernen) vorübergehend gebildet werden, und nicht selten werden sie auch bei klinischen gesunden Menschen nachgewiesen.

Die Gruppe um Frederick Miller vom National Institute of Environmental Health Sciences in Bethesda/Maryland hat jetzt erstmals die Prävalenz in einer größeren Stichprobe untersucht, die auch Subgruppen-Analysen erlaubt. Es handelt sich um 4.754 US-Amerikaner im Alter über 12 Jahren, die in den Jahren 1994-2004 am National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) teilgenommen hatten. Die Prävalenz der ANA betrug 13,8 Prozent. Damit hat nicht weniger als jeder siebte Erwachsene Antikörper im Blut, deutlich mehr als an Autoimmunerkrankungen leiden. Die Prävalenz der ANA steigt mit dem Lebensalter, um nach einem Gipfel bei den 40- bis 49-Jährigen wieder abzufallen.

Interessanterweise haben Übergewichtige und Adipöse seltener ANA im Blut. Der Grund ist nicht bekannt. Mitautorin Minoru Satoh von der Universität von Florida vermutet, dass Fettzellen eine noch nicht identifizierte Substanz freisetzten, die die Bildung von Autoantikörpern hemmt.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48768
 

   

zurück...

Impressum | Kontakt | © 2012 Pabst Science Publishers

 
 

Home

Psychologie

Anästhesie/
Intensivmedizin

Transplantation