9. Mai 2011
 

Betriebliche Gesundheitsförderung: Rückenschulungen oft nur kurzfristig erfolgreich

 

Betriebliche Gesundheitsförderung kann in Klein- und Mittelbetrieben besonders präzis auf die spezifischen Strukturen und aktuellen Situationen zugeschnitten werden. Da kleine und mittlere Betriebe nicht über genügend eigene Ressourcen verfügen, sind sie auf externe Unterstützung angewiesen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Langzeitstudie der Hochschule Neubrandenburg - durchgeführt in je drei Unternehmen des Friseurhandwerks, des Backhandwerks und der Kfz-Branche.

"Als häufigste körperlich belastende Arbeitsbedingungen stellten sich in den drei Gruppen das Heben und Tragen schwerer Lasten, vorwiegend stehende, sitzende oder kniende Tätigkeiten sowie einseitig verkrampfte Haltungen heraus. Diese führten in erster Linie zu Rückenproblemen. Als Intervention, um diesen Beschwerden entgegenzuwirken bzw. sie zu mindern, wurden Rückenschulkurse vorgeschlagen und realisiert. Die Teilnahmebereitschaft variierte innerhalb der Branchen. Frauen nahmen diese Angebote wesentlich häufiger als ihre männlichen Kollegen wahr", berichten S. Brückner, G. Claßen und W. Neumann (Hochschule Neubrandenburg).

Kurse zur Stressbewältigung und zur Ernährung wurden von mehr als 50% der Beschäftigten nachgefragt.

In der Evaluation dieser und anderer Angebote sahen die Wissenschaftler, "dass von qualifizierten Kursleitern geleitete, gut organisierte Gesundheitskurse Fähigkeiten vermitteln, den Belastungen im beruflichen und Privaten Alltag entgegenzuwirken. Allerdings scheint die Struktur der Gesundheitskurse mit zehn Unterrichtseinheiten noch nicht zu einer längerfristigen Verhaltensänderung zu führen. So bestand vielfach der Wunsch nach Auffrischungskursen. Um die Nachhaltigkeit gesundheitsförderlicher Maßnahmen zu erreichen, bedarf es längerfristiger auf nachhaltige Verhaltensänderung angelegter Kursangebote sowie einer dauerhaften Etablierung gesundheitsförderlicher Strukturen im Betrieb ..."

Der Ausbau realisierbarer Lösungen ist umso wichtiger als an einigen gesundheitsproblematischen Tendenzen nichts wesentlich zu ändern ist: Ein großer Teil der Beschäftigten beklagt einen hohen Verantwortungsdruck ...
 

   

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