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„Personen mit Bluthochdruck („arterielle
Hypertonie“), die ihr Körpergewichte und
insbesondere den Körperfett-Anteil
reduzieren, haben eine deutlich höhere
Wahrscheinlichkeit für die Normalisierung
ihres Blutdrucks“, berichte Prof. Dr.
Heribert Schunkert (Medizinische Klinik II,
Universität zu Lübeck). Das ist ein Ergebnis
der MONICA / KORA Augsburg Kohorten-Studie,
das auf dem Europäischen Kardiologenkongress
(ESC; 28. August bis 1. September) in
Stockholm vorgestellt wurde. Erhöhter
Blutdruck ist ein maßgeblicher Risikofaktor
für Schlaganfall, Herzinfarkt,
Nierenerkrankungen etc.
1994/1995 („Baseline-Untersuchung“) und
anschließend 10 Jahre später untersuchte das
Team von Prof. Schunkert eine
Bevölkerungsstichprobe. 37,5 Prozent der
Studienteilnehmer hatten bei der
Erstuntersuchung Bluthochdruck. Bei
insgesamt 1145 Probanden wurden die
Blutdruckwerte bei beiden Untersuchungen
gemessen. Probanden, die bei der ersten
Untersuchung Bluthochdruck aufwiesen, wurden
in drei Gruppen eingeteilt: Erstens jene,
die ihren Blutdruck inzwischen ohne
Medikamente normalisiert hatten (HypNorm-Gruppe);
jene die ohne Medikamente einen Rückgang des
Blutdrucks zu Prä-Hypertonie erreichen
konnten (HypPre Gruppe); und jene, die
anhaltenden Bluthochdruck aufwiesen (HypHyp-Gruppe).
Anschließend untersuchten die Lübecker
Forscher die Auswirkungen von
Körperveränderungen – z.B. Taillenumfang,
Gewicht, fettfreie Masse, Körperfett – auf
zeitliche Veränderungen der Blutdruckwerte.
Einige Ergebnisse: Im Follow-up hatten die
Probanden der Gruppe HypHyp – die
anhaltenden Bluthochdruck aufwiesen –
signifikant höhere Werte für Körpergewicht,
Taillenumfang und Taillen-Hüfte-Verhältnis
im Vergleich zur Gruppe HypPre.
Die Gruppe HypPre, deren Blutdruckwerte
sanken, hatte sich über den Zeitraum von 10
Jahren durch einen deutlichen Rückgang des
gesamten Körpergewichts und einen geringeren
Anstieg des Taillenumfangs und des
Verhältnisses Taille zu Hüfte auszeichnete.
Bei der Mehrheit der Probanden stieg das
Körpergewicht im Laufe von 10 Jahren an.
Diese Veränderung war fast ausschließlich
auf eine Zunahme der Fettmasse
zurückzuführen. Prof. Schunkert: „Somit
macht die Fettmasse mit steigendem Alter
einen zunehmenden Anteil des gesamten
Körpergewichts aus, was wiederum im direkten
Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung der
Hypertonie stand. Wenn dieser Prozess, der
in der Regel beobachtet wird, verlangsamt
oder verhindert wird, können die Chancen
erhöht werden, dass Bluthochdruck-Patienten
ihre Blutdruckwerte normalisieren.“
Die Daten, so Prof. Schunkert, „deuten
darauf hin, dass bei Personen mit bereits
bestehender Hypertonie der Verlust von
Körpergewicht die Wahrscheinlichkeit für
eine Normalisierung des Blutdrucks erhöht.
Dieser Befund ist im Einklang mit Daten aus
Studien, die die Wirksamkeit von
Lebensstil-Veränderungen auf den Blutdruck
zeigten, und unterstützt die Bedeutung der
Primärprävention.“
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news384562
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