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Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust,
rheumatische Beschwerden und Blutarmut: Die
ersten Symptome einer entzündlichen
Gefäßerkrankungen sind häufig
uncharakteristisch und vielfältig. Eine
Vaskulitis, so der medizinische Name, kann
in vielfältiger Form auftreten, schreibt der
Rheumatologe Dr. Keihan Ahmadi-Simab in der
aktuellen Ausgabe der
Asklepios-Ärztezeitschrift medtropole. Doch
starke immununterdrückende Medikamente
können die Krankheit stoppen und den
Betroffenen ein weitgehend normales Leben
ermöglichen, so der Chefarzt der Abteilung
für Rheumatologie, Klinische Immunologie,
Nephrologie und Physikalische Therapie in
der Asklepios Klinik Altona.
Bei sorgfältiger körperlicher Untersuchung
können sich auch die direkten Zeichen der
Vaskulitis finden, die als Folge der
Gefäßschädigung anzusehen sind. Die
endgültige Diagnose ergibt sich aber erst
aus der Betrachtung der äußeren Symptome,
dem Ergebnis von Blutwerten sowie einer
Gewebeuntersuchung. Denn im Gegensatz zu
anderen Erkrankungen gibt es keinen Marker,
der allein eine Vaskulitis beweist. Deshalb
werden zahlreiche Laborparameter bestimmt.
Häufen sich Warnzeichen wie Fieber und
Gewichtsverlust, ist ein Besuch beim Arzt
angeraten, um die verlässliche Diagnose
stellen zu können. Weitere diagnostische
Untersuchungen sind gegebenenfalls
erforderlich, um den möglichen Befall von
Organen wie Herz, Lunge oder Nieren
abzuklären, da diese durch den Blutstrom
infiziert werden können. Auch die
Hauptschlagader (Aorta) kann durch die
Vaskulitis geschädigt werden, so dass sich
gefährliche Aussackungen (Aneurysmen)
bilden, die früher oder später platzen
können.
Das therapeutische Vorgehen richtet sich
nach Ausdehnung, Schädigung der Organe und
Aktivität der Erkrankung sowie nach der
Prognose. Primäre Vaskulitiden, also
Gefäßentzündungen, die nicht auf andere
Erkrankungen zurückzuführen sind, werden mit
immununterdrückenden Mitteln behandelt. Dies
geschieht unter enger ärztlicher Kontrolle,
da gerade in der Anfangsphase einige
Nebenwirkungen auftreten können. Innerhalb
von drei bis sechs Monaten bekommen
Rheumatologen die entzündlichen
Erscheinungen oft in den Griff, so dass sie
auf mildere Medikamente umsteigen können,
die häufig noch einige Jahre verabreicht
werden müssen. Die Behandlung der sekundären
Vaskulitis mit ihren höchst
unterschiedlichen Organbeteiligungen richtet
sich nach den ebenso unterschiedlichen
Verlaufsformen der Krankheit. Im Allgemeinen
sind die Aussichten gut, bei schweren
Verläufen werden generell stark
immununterdrückende Mittel eingesetzt, um
einen Rückgang der Symptome zu erwirken.
Hintergrund
Vaskulitiden sind chronisch entzündliche
Erkrankungen der Blutgefäße. Man
unterscheidet primäre systemische
Vaskulitiden mit unklarer Ursache und
sekundäre Vaskulitiden, die in Verbindung
mit anderen chronisch entzündlichen und
autoimmunen Erkrankungen auftreten. Die
sekundären Vaskulitiden lassen sich in drei
Gruppen unterteilen: Granulomatöse
Vaskulitis, Immunkomplexvaskulitis und
ANCA-assoziierte Vaskulitis. Bei den
granulomatösen Vaskulitiden greifen
körpereigene Immunzellen, die Granulozyten,
die Gefäßwand an. Die Ursachen dafür sind
unklar. Ähnliches passiert bei der
Immunkomplexvaskulitis, bei der die
Gefäßwände durch eine immunologische
Reaktion angegriffen werden. Die
ANCA-assoziierten Vaskulitiden betreffen
hauptsächlich die kleinen und feinsten
Gefäße. Die Abkürzung ANCA bezieht sich auf
eine bestimmte Gruppe von Autoantikörpern.
Man vermutet hier eine genetische
Veranlagung. In einem komplexen Prozess
kommt es dabei unter anderem zur Freisetzung
von Eiweiß abbauenden Enzymen in den Zellen
der Gefäßwände, so dass diese beschädigt
werden.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news383457
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