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„Advancing Sustainability in a Time of
Crisis“ (Nachhaltigkeit in Krisenzeiten
voranbringen) – so lautet das Motto der
Konferenz der International Society for
Ecological Economics (ISEE), die die
Universität Oldenburg gemeinsam mit der
Universität Bremen vom 22. bis 25. August
2010 ausrichtet. 800 TeilnehmerInnen aus
mehr als 60 Ländern diskutieren Themen wie
Klimawandel und Klimaanpassung.
Die Tagungsthemen seien von hoher
gesellschaftspolitischer Brisanz, so Prof.
Dr. Babette Simon, Präsidentin der
Universität Oldenburg. „Zugleich bietet die
Konferenz die Chance, die national und
international anerkannte, interdisziplinär
angelegte Oldenburger Umwelt- und
Nachhaltigkeitsforschung einem weltweiten
Fachpublikum zu präsentieren.“
„Die Konferenz soll dazu beitragen,
Nachhaltigkeit in Zeiten der andauernden
Wirtschafts- und Finanzkrise zu etablieren
und Wirtschaften zukunftsfähig zu
gestalten“, so Prof. Dr. Bernd Siebenhüner,
Hochschullehrer für Ökologische Ökonomie an
der Universität Oldenburg und Leiter der
Konferenz.
Mehr als 600 wissenschaftliche Vorträge,
Präsentationen und Podiumsdiskussionen
stehen auf dem Programm. „Wir möchten auf
die wechselseitige Bedingtheit ökologischer
und ökonomischer Krisen aufmerksam machen“,
erklärt Siebenhüner die Kernbotschaft der
Konferenz. „Wenn wir die Ökosysteme
zerstören oder die Biodiversität stark
einschränken, gefährden wir das Wirtschaften
allgemein und zum Beispiel die
Nahrungsmittelproduktion im Besonderen.“
Das gegenwärtige Wirtschaftswachstum
beurteilt Siebenhüner unter solchen
Vorzeichen ambivalent. Die oft erhoffte
Entkoppelung von wirtschaftlichem Wachstum
und Ressourcen- wie Energieverbrauch sei in
den vergangenen zwei Jahrzehnten nur selten
gelungen. „In vielen Bereichen stoßen wir an
Grenzen, zum Beispiel beim Öl. Hier müssen
wir Lösungen diskutieren, die auch mit
weniger Wachstum zusammenhängen.“ Deswegen
sei die Wachstumsproblematik ein zentrales
Thema der Tagung.
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer,
stellvertretender Direktor und Chefökonom
des Potsdam-Instituts für
Klimafolgenforschung (PIK), thematisiert die
Herausforderungen des Klimawandels an
Wissenschaft und Politik. Als Leiter einer
Arbeitsgruppe des Weltklimarates plädiert er
für eine globale Initiative, die
Klimaschutz, Klimaanpassung und
Gerechtigkeit gleichermaßen berücksichtigt.
Mit Dr. Pavan Sukhdev ist es den
Veranstaltern gelungen, den Leiter der
TEEB-Studie („The Economics of Ecosystems
and Biodiversity“ / Die Ökonomie der
Ökosysteme und der Biodiversität) nach
Oldenburg zu holen. Die vom Umweltprogramm
der Vereinten Nationen (UNEP) organisierte
Studie beschäftigt sich mit den Kosten der
Zerstörung von Ökosystemen und der
Artenvielfalt. ExpertInnen setzen sie in
ihrer Bedeutung mit dem 2006 erschienenen
Stern-Report zur Ökonomie des Klimawandels
(„Stern Review on the Economics of Climate
Change“) gleich.
Der ecuadorianische
Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige
Außenminister Professor Fander Falconí wird
in Oldenburg über die Yasuní-ITT-Initiative
berichten. Diese ist ein bislang
einzigartiger Versuch, Erdölvorkommen in
einem von indigenen Völkern besiedelten
Gebiet Ecuadors zu schützen, indem die
internationale Gemeinschaft sich finanziell
am Ausgleich für den Förderverzicht
beteiligt. Ein weiterer Hauptreferent ist
Prof. Dr. Tim Jackson, Hochschullehrer für
nachhaltige Entwicklung an der Universität
Surrey (Großbritannien) und Leiter der
Wirtschaftlichen Führungsgruppe der
Kommission für Nachhaltige Entwicklung der
Britischen Regierung. Er hat im vergangenen
Jahr ein einflussreiches Buch zur
Wachstumskritik veröffentlicht: „Prosperity
Without Growth: Economics for a Finite
Planet“ (Wohlstand ohne Wachstum: Wirtschaft
für einen begrenzten Planeten).
Weitere Informationen:
http://www.isee2010.org
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news383334
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