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Dr. Neysan Rafat, Arzt in der Klinik für Allgemeine
Pädiatrie, Stoffwechsel, Gastroenterologie und
Nephrologie des Zentrums für Kinder und
Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg
(Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg) |
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Welche Rolle spielen Stammzellen bei der
Reparatur von Nierenschäden bei Kindern mit
einer Bakterieninfektion? Dieser Frage geht
Dr. Neysan Rafat, Ph.D., mit seinem Team am
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des
Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher
Direktor: Professor Dr. Georg F. Hoffmann)
nach und ist für dieses Projekt nun mit dem
Fokko van der Woude-Stipendium der Deutschen
Nierenstiftung ausgezeichnet worden. Den mit
25.000 Euro dotierten Preis nahm der
Nachwuchswissenschaftler auf dem
europäischen Nephrologiekongress Ende Juni
in München entgegen.
Die häufigste Ursache für akutes
Nierenversagen im Kindesalter ist das
sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS),
an dem in Deutschland jährlich rund 100 bis
150 Kinder erkranken. Das HUS wird in der
Regel durch eine Infektion mit bestimmten
Stämmen des Darmbakteriums Escherichia coli
ausgelöst: Ein Gift der Bakterien schädigt
die Blutgefäße der kindlichen Niere, so dass
schädliche Abbauprodukte des Stoffwechsels
nicht mehr aus dem Blut herausgefiltert
werden können. Eine gezielte Therapie des
HUS gibt es noch nicht, lediglich die
Symptome können z.B. durch Dialyse behandelt
werden.
Ein Ansatzpunkt für eine neue, effektive
Therapie sind die geschädigten Blutgefäße in
den Nieren: Könnte man sie reparieren, ließe
sich die Funktionsfähigkeit der erkrankten
Niere verbessern. „Wir wissen bereits aus
der klinischen Forschung, dass Stammzellen,
die unter bestimmten Bedingungen vermehrt
aus dem Knochenmark freigesetzt werden, die
Heilung von Gefäßschäden z.B. nach einem
Herzinfarkt oder bei Nierenschwäche fördern
können“, erklärt Dr. Rafat, Arzt in der
Klinik für Allgemeine Pädiatrie,
Stoffwechsel, Gastroenterologie und
Nephrologie des Zentrums für Kinder und
Jugendmedizin.
Körper mobilisiert Stammzellen bei
Schäden an den Blutgefäßen
Ob diese Stammzellen auch eine
Therapieoption für das HUS sind, untersucht
die Arbeitsgruppe von Dr. Neysan Rafat in
enger Kooperation mit den Teams um Professor
Dr. Burkhard Tönshoff, Leitender Oberarzt
der Klinik für Allgemeine Pädiatrie,
Stoffwechsel, Gastroenterologie und
Nephrologie des Zentrums für Kinder und
Jugendmedizin des Universitätsklinikums
Heidelberg, und Professor Dr. Angelika
Bierhaus, Abteilung für Endokrinologie und
Stoffwechsel der Medizinischen
Universitätsklinik Heidelberg.
Für ihre Untersuchungen behandeln die
Wissenschaftler menschliche Blutgefäßzellen
in Zellkultur mit dem Bakteriengift, das HUS
verursacht. Die so geschädigten Gefäßzellen
spülen sie kontinuierlich mit einer
Nährlösung, die auch Stammzellen enthält.
Dabei simulieren sie die Strombedingungen in
der Blutbahn. „So können wir beobachten, wie
die Stammzellen den Heilungsverlauf
beeinflussen und ob eine höhere
Konzentration von Stammzellen die Heilung
beschleunigt“, erklärt Dr. Rafat.
Parallel zu den experimentellen Versuchen
untersuchen die Wissenschaftler im Rahmen
einer klinischen Studie, welche Rolle die
vom Körper selbst mobilisierten Stammzellen
bei der Genesung von Kindern mit HUS
spielen. Gleichzeitig fahnden sie nach den
Faktoren im Blut, die zur Mobilisierung der
Stammzellen aus dem Knochenmark führen.
Das Stipendium ist nach dem niederländischen
Spezialist für Nierenerkrankungen und
Gründer der Deutschen Nierenstiftung,
Professor Dr. Fokko van der Woude (1953 –
2006), benannt. Seit 1995 war er Direktor
der V. Medizinischen Universitätsklinik in
Mannheim. Professor van der Woude war der
erste Mentor von Dr. Rafat, als dieser als
Doktorand in seinem Labor tätig war.
Weitere Informationen über die Klinik für
Allgemeine Pädiatrie, Stoffwechsel,
Gastroenterologie und Nephrologie im
Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/I-Allgemeine-Paediatrie-Stoffwechsel-Gastroenterologie-Nephrologie.106872.0.html?&L=de
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news382938
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