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Als eine der ersten Kliniken weltweit hat
die Urologische Universitätsklinik
Heidelberg, Ärztlicher Direktor: Professor
Dr. Markus Hohenfellner, seit kurzem ein
neues Prostata-Biopsiesystem in Betrieb
genommen. Das Verfahren dient der Erkennung
von Prostatakrebs und kombiniert die
Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographie (Hochfeld-MRT)
als bestes bildgebendes Verfahren für die
Prostata mit einer neuen
Ultraschall-Technik. So können die Ärzte
punktgenau und nachvollziehbar an bestimmten
Orten Gewebeproben entnehmen.
Die Untersuchung wird im Deutschen
Krebsforschungszentrum durch die
Zusammenarbeit mit Professor Dr. Heinz-Peter
Schlemmer vorbereitet. Neben einer
verbesserten Genauigkeit hat die neue
Biopsiemethode noch einen weiteren Vorteil
für die Patienten. Da der Urologe die
Gewebeprobe nicht wie sonst üblich durch den
Enddarm, sondern durch die Haut des Damms
gewinnt, werden Risiken wie Nachblutungen
oder anschließendes Fieber verringert. Das
Universitätsklinikum Heidelberg und das
Deutsche Krebsforschungszentrum sind Träger
des Nationalen Centrums für
Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und
arbeiten zusammen daran, die umfassende
Versorgung von Krebspatienten zu verbessern.
Über 60.000 neu aufgetretene
Prostatakarzinome werden in Deutschland pro
Jahr diagnostiziert. Die Erkrankung ist
tückisch. Symptome bemerken die Männer oft
erst dann, wenn der Krebs bereits weit
fortgeschritten und unter Umständen nicht
mehr heilbar ist. Deshalb sind
Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig, um
den Krebs frühzeitig zu erkennen.
Tastbefund, Blutwerte (PSA) oder Ultraschall
geben erste Hinweise auf einen Tumor.
Gewissheit erlangen die Patienten und Ärzte
erst durch eine Gewebeprobe (Biopsie).
Prostatakrebs erkennen, wenn er heilbar
ist
Mit der neuen Biopsie-Methode
diagnostizieren die Ärzte nicht nur, ob
Tumorgewebe tatsächlich vorhanden ist.
Ebenfalls erlangen sie auch Wissen darüber,
wo der Tumor sich genau befindet, wie groß
und aggressiv er ist. Entsprechend kann
diese aussagekräftige Biopsie Grundlage für
die individuelle Entscheidung sein, ob
überhaupt eine Therapie erfolgen muss und
wenn ja, welche. Für Patienten, bei denen
eine Behandlung notwendig ist, stehen heute
sehr unterschiedliche Konzepte wie HIFU,
moderne externe Bestrahlung, Brachytherapie,
Schwerionentherapie und minimal-invasive
Computer-unterstützte Operationstechniken
zur Verfügung.
Mit Hilfe der neuen Biopsie-Methode können
die Ärzte den Patienten nun gezielter
Therapien vorschlagen und ihnen belastende
Behandlungen ersparen. Dabei haben sie im
Blickfeld: so viel Tumortherapie wie nötig
und so wenig Belastung für den Patienten wie
möglich.
Ultrapräzise Hochfeld-MRT-gestützte
Navigation für die Prostatabiopsie
Das Endprodukt des neuen Biopsie-Systems (BiopSee®)
ist ein dreidimensionales Bild der Prostata,
auf dem die Ärzte genau erkennen können, wo
Gewebeproben entnommen wurden und in welchen
Regionen sich tumorverdächtiges Gewebe
befindet. Das ist deshalb wichtig, weil
Krebszellen in der Prostata an verschiedenen
Stellen auftreten und unterschiedlich
aggressiv sein können. So kann jeder
eventuelle Krebsbefund exakt lokalisiert und
dem entsprechenden Bösartigkeitsgrad
zugeordnet werden.
Zunächst liefern die Radiologen am Deutschen
Krebsforschungszentrum mit ihrem besonders
leistungsfähigen MRT-Gerät detaillierte
Bilder der Prostata, auf denen
tumorverdächtige Areale markiert werden.
"Die Hochfeld-MRT ermöglicht es uns, neben
morphologischen Auffälligkeiten auch die
Durchblutung, den Stoffwechsel und die
Zelldichte in der Prostata zu untersuchen,
und ist damit das derzeit empfindlichste
Verfahren zur Entdeckung tumorverdächtiger
Areale in der Prostata", erklärt Professor
Dr. Heinz-Peter Schlemmer, der Leiter der
Abteilung Radiologie am Deutschen
Krebsforschungszentrum, die Methode. Während
der Biopsie legen die Urologen diese Bilder
dann mit den aktuell gewonnenen Bildern
eines hochauflösenden Ultraschallgerätes
übereinander, so dass die Daten des MRTs
direkt auf dem Bildschirm des
Ultraschallgerätes erscheinen. Dadurch
können die Ärzte die Gewebeproben punktgenau
dort entnehmen, wo vorher verdächtige Areale
gefunden wurden.
Präzisere Diagnose - bessere Therapie
"Die exakte Diagnose ist eine wichtige
Voraussetzung zur umfassenden Beratung
unserer Patienten und insbesondere für
fokale Therapiekonzepte, bei denen unter
bestimmten Bedingungen nicht die ganze
Prostata, sondern nur der Tumor in der
Prostata behandelt werden kann", erläutert
Dr. Boris Hadaschik, Oberarzt an der
Urologischen Universitätsklinik Heidelberg.
Bei vielen Patienten kann es sogar
ausreichen, den Tumor mit sorgfältigen
Kontrollen im Sinne einer sogenannten "Active
Surveillance" zu beobachten.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news381321
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