|
|
|
Patienten mit einem Tumor an der Niere, bei
denen nur ein Teil des Organs entfernt wird,
haben ebenso gute Prognosen wie jene, bei
denen die Niere komplett entfernt wird. Das
zeigen jüngste klinische Erfahrungen, über
die Experten der Asklepios Klinik Barmbek in
der Fachzeitschrift medtropole für
niedergelassene Ärzte berichten. Zudem sind
minimal invasive Operationen auf dem
Vormarsch. Für die Patienten bedeutet dies
zum einen eine schonendere Operation, zum
anderen behalten sie ihre volle
Nierenfunktion.
Erhaltung statt totale Entfernung ist das
Motto, wenn es heute um die Behandlung eines
Tumors an der Niere geht. Meist erfolgt der
Eingriff mit so genannten Laparoskopen, also
von außen steuerbaren Instrumenten, die in
den Bauchraum eingeführt werden. Der Arzt
sieht über eine Kamera genau, wo sich der
Tumor befindet. Dieses Vorgehen hat sich in
der jüngsten Vergangenheit immer stärker
etabliert und wird heute von den Ärzten
bevorzugt, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Dazu zählt unter anderem, dass der Tumor
nicht in die Blutgefäße eingewachsen ist.
Nierentumoren werden auf diese Weise
effektiv entfernt und die Langzeitprognose
für die Patienten ist hoch. Gleichzeitig ist
der Eingriff im Gegensatz zum offen
chirurgischen Eingriff für die Patienten
risikoärmer und sie können das Krankenhaus
nach kurzer Zeit wieder verlassen.
Früherkennung ermöglicht schonendere
OP-Verfahren
Ein Großteil der Nierentumore wird heute in
einem sehr frühen Stadium durch
Ultraschalluntersuchungen bei der Vorsorge
oder Untersuchung anderer Symptome
festgestellt. Diese Tumore sind dann noch
sehr klein und lokal klar begrenzt, ohne
dass sie gesundes Gewebe geschädigt haben.
Diese Tatsache spricht zusätzlich für den
laparoskopischen Eingriff von außen. Studien
an entnommenen Tumoren belegen weiterhin,
dass rund 15 Prozent gutartig sind. Auch
dieses Ergebnis spricht für den lokal
begrenzten Eingriff, denn ansonsten würden
gesunde Nieren ohne Not entfernt. Dabei
spielt auch eine Rolle, dass sich vorab
nicht abklären lässt, ob der Tumor gutartig
oder bösartig ist. Für den Eingriff mit
Laparoskopen muss ein Patient vollkommen
gesund sein. In manchen Fällen kann die
Teilentfernung des Tumors daher auch mit
einem normalen chirurgischen Eingriff
erfolgen. Dies gilt, wenn die Patienten
schon einmal im Bauchraum operiert wurden
oder Lungenerkrankungen haben.
Hintergrund
Unterschiedliche Studien zeigten, dass
Patienten, denen die Niere nur teilweise
entfernt wird, eine genau so hohe
Überlebensrate haben wie jene, bei denen das
ganze Organ entfernt wurde. Neuere Studien
zeigen sogar, dass dies bis zu einer
Tumorgröße von sieben Zentimetern der Fall
ist. Bei einer teilweisen Entnahme
profitiert der Patient also bei gleichem
Therapieerfolg hinsichtlich der
Krebserkrankung vom Erhalt der Niere. Daher,
so berichten die Autoren Dr. Holger Böhme,
leitender Oberarzt der Abteilung für
Urologie in der Asklepios Klinik Barmbek in
Hamburg, und Prof. Dr. Andreas Gross,
Chefarzt der Abteilung, weiter, wird bei den
meisten heute diagnostizierten Nierentumoren
die Teiloperation zumindest grundsätzlich
versucht. Zwar werden die meisten dieser
Operationen noch auf dem klassischen Weg
durchgeführt, doch ist die Laparoskopie auf
dem Vormarsch, wie Erfahrungen an der
Asklepios Klinik Barmbek belegen. Während
beim konventionellen Vorgehen eine
Schnittlänge von 15 bis 20 Zentimeter
erforderlich ist, genügen bei der
laparoskopischen Operation drei Einschnitte
von je einem Zentimeter und ein etwas
größerer Schnitt, durch den der Tumor nach
außen entfernt wird. Weniger Schmerzen nach
der Operation und weniger Blutverlust sind
weitere Vorteile. Bei beiden Operationsarten
wird zunächst die Niere freigelegt, dann
werden die Blutgefäße abgebunden und der
Tumor entfernt. Das Nierengewebe wird
vernäht und die Blutzufuhr wieder
hergestellt. Anschließend werden das
Tumorgewebe und das Randgewebe untersucht.
Erst wenn klar sein sollte, dass das
Randgewebe von Krebszellen befallen ist,
muss eine zweite Operation erfolgen, oder
die Entnahme der ganzen Niere.
Quelle:
http://idw-online.de/pages/de/news357493
|