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Die Erstbehandlung des Bluthochdrucks sollte
mit der Gabe von Benazepril plus Amlodipin
erfolgen, da diese Medikamentenkombination
den Verlauf der chronischen Nierenerkrankung
(CNK) in größerem Maß bremsen kann als die
Verabreichung von Benazepril plus
Hydrochlorothiazid. Dr. George Bakris von
der Hypertensive Diseases Unit an der
University of Chicago Pritzker School of
Medicine in Chicago sowie Kollegen
präsentieren die Folgerungen der
ACCOMPLISH-Studie in einem vorab 'Online
First' veröffentlichten Artikel.
Die ACCOMPLISH-Studie (Avoiding
Cardiovascular Events through Combination
Therapy in Patients Living with Systolic
Hypertension) zeigt, dass die Erstbehandlung
eines Bluthochdrucks mit Benazepril plus
Amlodipin der Kombination Benazepril plus
Hydrochlorothiazid hinsichtlich der
Verringerung von Herzkreislauferkrankungen
und Sterblichkeitsraten überlegen ist. In
der aktuellen Studie untersuchten die
Autoren die Auswirkungen der
Medikamentenkombinationen auf den Verlauf
der CNK.
Die doppelblinde randomisierte
ACCOMPLISH-Studie fand in fünf Ländern statt
(USA, Schweden, Norwegen, Dänemark und
Finnland). 11 506 an Bluthochdruck erkrankte
Patienten mit einem erhöhten Risiko von
Herzkreislauf-Zwischenfällen wurden per
Zufallsverfahren in einem 1:1-Verhältnis
einer einmaligen täglichen oralen Gabe von
Benazepril (20 Milligramm) plus Amlodipin (5
Milligramm; n=5744) oder Benazepril (20
Milligramm) plus Hydrochlorothiazid (12,5
Milligramm; n=5762) zugeordnet. Der
vordefinierte Endpunkt, der Verlauf der CNK,
wurde festgelegt als Verdoppelung der
Serum-Kreatininkonzentration oder
Nierenerkrankung im Endstadium (geschätzte
glomeruläre Filtrationsrate kleiner als 15
Milliliter pro Minute pro 1,73 Quadratmeter
oder Notwendigkeit einer Dialyse).
Die Studie wurde auf Grund der überragenden
Wirkung der Kombination Benazepril plus
Amlodipin im Vergleich zur Kombination
Benazepril plus Hydrochlorothiazid früh
beendet (mittlere Nachbeobachtungsphase 3
Jahre). In der Benazepril plus
Amlodipin-Gruppe mussten nur 2 Prozent der
Patienten ein Fortschreiten der CKD erleben,
in der Benazepril plus
Hydrochlorothiazid-Gruppe dagegen 3,7
Prozent. Dies bedeutet für die Patienten der
ersten Gruppe, dass sie mit einer nahezu um
die Hälfte geringeren Wahrscheinlichkeit ein
Fortschreiten der CKD erleben müssen als die
Patienten der zweiten Gruppe. Häufigstes
unerwünschtes Ereignis bei den CKD-Patienten
waren periphere Ödeme (Schwellungen der
Beine und Knöchel; Benazepril plus
Amlodipin-Gruppe 34 Prozent, Benazepril plus
Hydrochlorothiazid-Gruppe 16,0 Prozent).
Unter den Patienten der ersten Gruppe traten
Angioödeme (akute Schwellungen der Kehle,
der Lippen und weiterer Gesichtsflächen)
häufiger auf als in der zweiten Gruppe.
Patienten der Benazepril plus
Amlodipin-Gruppe ohne CNK hatten jedoch
seltener Schwindelanfälle, Hypokaliämien und
niedrige Blutdruckwerte als jene der
Benazepril plus Hydrochlorothiazid-Gruppe.
Die Autoren stellen fest: "Diese Studie
zeigt, dass bei Patienten mit Bluthochdruck
und mit einem erhöhten Risiko für
Herzkreislauf-Zwischenfälle die
Kombinationsbehandlung mit Benazepril plus
Amlodipin den Verlauf einer chronischen
Nierenerkrankung wirksamer verzögern kann
als Benazepril plus Hydrochlorothiazid. Der
Nutzen wurde auch deutlich, wenn
Sterblichkeit aus herzkreislaufbezogenen
oder aus allen Gründen mit dem Fortschreiten
der chronischen Nierenerkrankung gemeinsam
untersucht wurde. Unterschiede in der
Blutdruckkontrolle im Verlauf der Studie
können zu diesem Ergebnis nicht beigetragen
haben. Die erste blutdrucksenkende Therapie
aus Benazepril plus Amlodipin sollte einer
Behandlung mit Benazepril plus
Hydrochlorothiazid vorgezogen werden, da sie
den Verlauf eines Nierenleidens (CNK) besser
verzögert als Benazepril plus
Hydrochlorothiazid."
In einem begleitenden Kommentar bemerken Dr.
Hiddo Lambers Heerspink und Dr. Dick de
Zeeuw vom University Medical Center
Groningen: "Die aktuelle nierenbezogene
Analyse anhand der ACCOMPLISH-Studie war als
Hilfestellung notwendig, um zukünftig auf
die bestmögliche Behandlung von
Hochrisikopatienten hinzuweisen.
Ausgestaltung und Interpretation der Studie
müssen allerdings kritisch gesehen werden,
bevor gefolgert werden kann, dass eine
Medikamentenkombination besser wirkt als die
andere."
Quelle: G L Bakris and others. Renal
outcomes with different fixed-dose
combination therapies in patients with
hypertension at high risk for cardiovascular
events (ACCOMPLISH): a prespecified
secondary analysis of a randomised
controlled trial. Lancet 2010; 375:
10.1016/S0140-6736(09)62100-0
http://www.thelancet.com
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