13. Februar 2010
 

Magere Patienten in der Intensivmedizin: besser ernähren, Komplikationen vermindern, früher entlassen

   

Etwa 15% der chirurgischen Patienten sind mangelernährt. Diese Gruppe erleidet häufig Herzrhythmus-Störungen, myokardiale Ischämien und Anastomoseinsuffizienzen, berichten Dr. Peter Rittler und Prof. Dr. Karl-Walter Jauch (München).

Sie sehen darin einen Beleg dafür, "dass dieses Risikokollektiv vermehrt komplikationsgefährdet ist und über deutlich eingeschränkte reparative Modalitäten verfügt." Die kompromittierte Wundheilung und "maximale Komplikationen der Anastomoseleckage" sind in diesem Kontext zu sehen.

Noch dramatischer entwickeln sich bei Mangelernährten dank einer kompromittierten Immunlage die häufigeren und massiveren "Infektionen, wie pulmonale Infekte, Septikämien, und septischer Schock."

Hier liegen nach Ansicht der Chirurgen die Hauptursachen für deutlich verlängerte Liegezeiten mangelernährter Patienten. Eine entsprechende supportive ernährungsmedizinische Therapie ist nach Auffassung der Chirurgen in der Lage, den Immunstatus zu verbessern und die Liegezeiten zu verkürzen.

 

A. Weimann, T. Schütz, H. Lochs (Hrsg.):
Krankheitsbedingte Mangelernährung

Pabst, Lengerich/Berlin 2010, 244 Seiten, ISBN 978-3-89967-600-6

   

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