11. Februar 2010
 

Intensivmedizin: Peritonitis-Ursache chirurgisch sanieren

 

Die Peritonitis ist mit 64% die häufigste infektiologische Diagnose bei Aufnahme auf eine chirurgische Intensivstation. Die kausale Therapie gilt in der Regel als Grundvoraussetzung für den Erfolg. Die Operationsmethoden haben während der letzten Jahre einen deutlichen Wandel erfahren, berichtet Professorin Dr. Elke Muhl in ihrem Beitrag zum 20. Symposium Intensivmedizin und Intensivpflege (17.-19. Februar, Bremen).

Die laparoskopische Chirurgie ist vor allem bei Peritonitiden mit lokaler Ausbreitung erfolgreich - und bei frischer diffuser Peritonitis, insbesondere wenn die Quelle der Infektion auch laparoskopisch sanierbar ist: z.B. beim perforierten Ulkus Ventriculi/resp. Duodeni, bei der Appendizitis und bei der perforierten Cholecystitis.

"Ob die Sepsisquelle laparoskopisch erfolgreich saniert werden kann, hängt nicht zuletzt auch von der Expertise des Operateurs ab," warnt Muhl.

"Offen chirurgisch wird in der Regel dann vorgegangen, wenn eine diffuse, nicht frische Peritonitis vorliegt, insbesondere mit Nekrosen und Fibrinbelägen, bei verdickten geblähten Darmschlingen im Ileus, bei Verwachsungen und Voroperationen.

Radiologisch interventionelle Verfahren haben keinen Platz in der Behandlung der Peritonitis. Die Domäne der Radiologen ist eher die gezielte Drainage lokalisierter Abszesse. Hier ist die radiologisch interventionelle Drainage die Methode der ersten Wahl und in mehr als 70% der Fälle erfolgreich."

Kongressprogramm: www.intensivmed.de
Auskünfte: service@intensivmed.de

 

   

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