24. Jahrgang - Heft 4/2003

Wirkt ein psychoedukatives kognitiv-verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm auch bei depressiven Jugendlichen mit komorbiden Störungen?
Wolfgang Ihle & Dörte Jahnke


Zusammenfassung: Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde ein Gruppenprogramm in Anlehnung an den Adolescent Coping with Depression Course (CWD-A) der Arbeitsgruppe um Lewinsohn bei depressiven Jugendlichen mit und ohne komorbide Störungen in Deutschland erprobt und auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Das Programm "Stimmungsprobleme bewältigen" fokussiert vor allem soziale und kognitive Fertigkeiten, die Planung angenehmer Aktivitäten, Kommunikations- und Problemlösefertigkeiten sowie Entspannungsübungen. Bisher fanden vier Kurse mit 24 depressiven Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt. 54% der Teilnehmer wiesen eine weitere psychische Störung auf. Analysen im Anschluss an die Behandlung ergaben neben einer signifikanten Verringerung depressiver Symptomatik und irrationalen Denkens auch eine bedeutsame Zunahme erwünschter Verhaltens- und Erlebensweisen wie angenehme Aktivitäten, Peerintegration und psychologisches Wohlbefinden. Die Behandlungserfolge zeigten sich bei depressiven Jugendlichen mit und ohne komorbide Störungen.

Schlüsselwörter: Depression, komorbide Störungen, Wohlbefinden, irrationales Denken, Jugendliche, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm


Does a psychoeducative cognitive-behavioral group program also work in depressive adolescents with comorbid disorders?

Abstract: In the present study a group intervention in the tradition of the Adolescent Coping with Depression Course (CWD-A) from Lewinsohn and colleagues was conducted and evaluated with adolescents and young adults in Germany. The program "Stimmungsprobleme bewältigen" focuses on social and cognitive skills, planning pleasant activities, communication, negotiation and problem solving skills as well as relaxation techniques. In the present study four courses with 24 depressive adolescents and young adults took place. 54% of the participants showed comorbid disorders. Analyses after treatment show significant decreases in depressive symptoms and irrational beliefs, and significant increases in pleasant activities, peer integration and psychological well-being. Both, depressive adolescents with and without comorbid disorders showed positive treatments effects.

Key words: depression, comorbid disorders, well-being, irrational beliefs, adolescents, cognitive-behavioral group intervention


Dipl.-Psych. Wolfgang Ihle
Abt. Klinische Psychologie/Psychotherapie und 
Akademie für Psychotherapie und Interventionsforschung 
der Universität Potsdam
Postfach 601553
14415 Potsdam
E-Mail: ihle@rz.uni-potsdam.de



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