| VERHALTENSTHERAPIE &
VERHALTENSMEDIZIN 22. Jahrgang / Heft 1 - 2001
Das Freiburger
Streßpräventionstraining für Paare (FSPT): Der Einfluß der
compliance auf Veränderungen der Partnerschaftsqualität im
Längsschnitt
Kathrin Widmer, Guy Bodenmann, Annette Cina
Institut für Familienforschung und -beratung der Universität
Fribourg, Schweiz
Zusammenfassung. Das Freiburger
Streßpräventionstraining für Paare (FSPT; Bodenmann, 1996)
vermittelt Paaren in 18 Stunden Wissen und praktische
Erfahrungen in einem besseren Umgang bezüglich individueller
und dyadischer Streßbewältigung, Kommunikation und
Problemlösung. Nach einem Jahr bestätigen die Ergebnisse die
generelle Wirksamkeit des Trainings: Partnerschaftsqualität,
Kompetenzen und allgemeine Lebenszufriedenheit der Paare
verbesseren sich signifikant. Erste Analysen wiesen auf die
hohe Bedeutung der Anwendungshäufigkeit der im Training
vermittelten Kompetenzen hin; insbesondere die
Anwendungshäufigkeit der Männer speziell in den ersten
beiden Wochen nach dem Training ist sowohl für die Zunahme
der eigenen Partnerschaftsqualitätseinschätzung als auch
für die Zunahme derjenigen der Partnerin von Bedeutung. Als
Hauptgründe bei seltener Anwendung werden
Umsetzungsschwierigkeiten, Schwierigkeiten, alte
Interaktionsmuster aufzubrechen, und Zeitmangel genannt. Die
Ergebnisse sprechen für die Notwendigkeit, die
Compliance-Faktoren im Training noch stärker zu
thematisieren. Ebenso scheint es angezeigt, den Paaren
konkrete Ideen zur Eigenmotivierung mitzugeben und Angebote zu
lancieren, die die Motivation der Paare langfristig stützen
helfen.
Schlüsselwörter: Paare,
Prävention, Streß, Coping, Compliance
Lic. phil. Kathrin Widmer
Institut für Familienforschung und -beratung
Universität Fribourg
Avenue de la Gare 1
CH-1700 Fribourg
E-mail: Kathrin.Widmer@unifr.ch
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