|
Arbeitslosigkeit
– eine Herausforderung für die Psychoanalyse
Almuth
Bruder-Bezzel
Zusammenfassung:
Die Arbeitsmarktlage in Deutschland hat inzwischen dazu geführt, dass
immer mehr auch von unseren Patienten von Arbeitslosigkeit,
Dequalifizierung und Armut betroffen sind.
Die psychologisch empirische Arbeitslosenforschung kann eindeutig
nachweisen, dass Arbeitslosigkeit selbst zu psychischen Problemen führt.
Die Psychoanalyse als Theorie der innerpsychischen Konflikte ist auf diese
Situation nicht gut vorbereitet. Sie hat äußere Belastungsfaktoren
weitgehend aus ihrem Blickfeld ausgeschlossen und hat sich mit dem
Einfluss von Arbeitsbedingungen und von Arbeitslosigkeit wenig beschäftigt.
Diese Fehlanzeige bei der Psychoanalyse wird auf verschiedenen Ebenen
aufgezeigt und begründet. Gleichwohl hat diese ökonomische Situation
Einfluss auf unsere Psychotherapien, auf ihre Thematik, ihren Verlauf,
ihre Ziele und Erfolgsaussichten sowie auf uns selbst als Therapeuten. Auf
der Grundlage eigener therapeutischer Erfahrungen mit arbeitslosen
Patienten und unter Einbeziehung empirischer Forschungsergebnisse werden
Problemfelder gezeigt und erste Orientierungslinien für Therapien
formuliert.
Schlüsselwörter:
Psychotherapeuten, Psychoanalytiker, Sozialarbeiter, Berater
Dr. Almuth Bruder-Bezzel
Pariser Str. 56
D-10719 Berlin
E-mail: bruderkj@zedat.fu-berlin.de |