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| Dominik Güss Planen und Kultur? |
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Über das Planungsverhalten von Menschen aus verschiedenen Kulturen gibt es zahlreiche Vorurteile. Deutsche gelten im Ausland als unsensible und rationale Planungsmaschinen; Brasilianer haben den Ruf, sehr impulsiv zu sein, sich der Lebensfreude hinzugeben und nicht für die Zukunft zu planen; für Inder - so nimmt man an - ist durch das jeweilige Karma alles vorherbestimmt und deshalb lohnt es sich für sie nicht, zu planen. Allerdings wurden reale Planungsprozesse unter Berücksichtigung kultureller Variablen sowohl in der Kognitionsforschung als auch in der kulturvergleichenden Forschung bisher noch kaum untersucht. Was plant ein brasilianischer Fischer aus einem kleinen Fischerdorf im Nordosten Brasiliens und wie plant er? Welche Pläne stellt eine indische Vorarbeiterin aus Kerala an, die in einer Spinnerei beschäftigt ist, in der Kokosfasern zu Schnüren verarbeitet werden? Wodurch unterscheiden sich die Pläne der Inderin und des Brasilianers von denen eines deutschen Biobauern aus Mittelfranken? Die Planungen zum Umgang mit konkreten Lebensproblemen werden bei diesen drei Personen sehr detailliert analysiert. Außerdem wird auf Pläne von Taxifahrern, Krankenschwestern, einer Nonne und einer Gefängnisinsassin usw. eingegangen. Doch bei den Einzelfällen bleibt der Autor nicht stehen. Er entwickelt eine neue Methode der Analyse qualitativer Daten und integriert die Befunde. Aus den Ergebnissen der vielen Einzelfälle wird sukzessiv ein allgemeines theoretisches Modell entwickelt, das zeigt, durch welche psychischen und kulturellen Faktoren das Planungsverhalten bestimmt wird. 2000, 348 Seiten, ISBN
3-934252-98-2 |
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| Pabst
Science Publishers Eichengrund 28 D-49525 Lengerich |
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