Cristina Massen
Exekutive Kontrolle und sakkadische Augenbewegungen: Inhibitionsmechanismen in der Antisakkadenaufgabe

 

 


Eine der wichtigsten Aufgaben des frontalen Cortex besteht in der Unterdrückung von automatisierten oder reflexhaften Antworten auf Umweltstimuli, durch die eine intentionale Steuerung des Verhaltens erst ermöglicht wird. Eine einfache experimentelle Aufgabe, die diese Fähigkeit erfordert und bei Menschen mit Läsionen im frontalen Cortexbereich Probleme bereitet, ist die sogenannte Antisakkadenaufgabe. Bei dieser Aufgabe soll der Blickreflex zu einem plötzlich in der Peripherie des Gesichtsfeldes auftauchenden Stimulus unterdrückt und stattdessen eine Sakkade zur gegenüberliegenden Seite ausgeführt werden. Die dieser sich im Verlaufe der Ontogenese erst entwickelnden Fähigkeit zugrundeliegenden inhibitorischen Mechanismen werden in dieser Arbeit untersucht.

Dabei wird zunächst eine Hypothese der aktiven Inhibition der reflexhaften Antwort sowie ein existierender älterer Erklärungsansatz zur Leistung in der Antisakkadenaufgabe einer empirischen Prüfung unterzogen. Ausgehend von dem Ergebnis, daß keiner der Ansätze überzeugende empirische Stützung erfährt, wird ein Wettlaufmodell zur Erklärung der Leistung in der Antisakkadenaufgabe entwickelt, das von einer parallelen Programmierung von endogener Antisakkade und reflexhafter Prosakkade ausgeht. Die aus dem Modell abgeleiteten Vorhersagen werden anhand von drei Experimenten überprüft, deren Ergebnisse insgesamt überzeugende Evidenz für das Wettlaufmodell liefern. Im letzten Kapitel folgt eine Diskussion des Modelles im Hinblick auf die in der Literatur berichteten Befunde sowie hinsichtlich möglicher Implikationen für den klinischen Bereich.


2002, 124 Seiten, ISBN 3-936142-64-5, Preis: 20,- Euro

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich

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