Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 3/1998

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Quantitative Untersuchungen zur Gewebsspeicherung von mittelmolekularer Hydroxyethylstärke 200/0,5 bei Patienten mit Multiorganversagen
P. Lukasewitz, U. Kroh, O. Löwenstein, M. Krämer, H. Lennartz

Bei 12 verstorbenen Intensivpatienten im Alter von 36 ±10 Jahren wurde die quantitative Bestimmung von Hydroxyethylstärke-Konzentration (HES) in verschiedenen Organen (Leber, Niere, Lunge, Milz, Pankreas, Lymphknoten, Darmwand) vorgenommen. Die Patienten wurden primär wegen einer respiratorischen Insuffizienz (ARDS) unterschiedlicher Genese behandelt und verstarben in Folge von Sepsis und Multiorganversagen. Alle Patienten wurden über längere Zeit wegen eines akuten Nierenversagens kontinuierlich veno-venös hämofiltriert. Die Patienten erhielten durchschnittlich 9,42 l ± 3,85 l HES 200/0,5 (942 ± 385g Hydroxyethylstärke) innerhalb von 41 ± 22 Tagen. Die Messung erfolgte nach einer modifizierten chemischen Methode zur Glykogenbestimmung. Die höchsten Werte erreichte die HES-Konzentration bei allen Patienten in den Nieren (bis 26,4 mg/g), die niedrigsten Werte wurden im Pankreas und in der Darmwand festgestellt. Insgesamt konnten in den untersuchten Organen lediglich ca. 3-4% der infundierten Menge nachgewiesen werden. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen wird gefolgert, daß die intrazelluläre Spaltung von HES-Molekülen bei niereninsuffizienten Patienten möglicherweise größere Bedeutung als die intravasale Hydrolyse hat.

Schlüsselwörter: Hydroxyethylstärke, Gewebsspeicherung, Multiorganversagen

Dr. P. Lukasewitz
Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie
Klinikum der Philipps-Universität Marburg
Baldingerstr. 1
D-35043 Marburg


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