Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 3. Ausgabe 1996


Wundheilung nach bakterieller Infektion

D. M. Cooper, M. C. Robson

In der vorliegenden Arbeit wird als einer der kritischen Faktoren der komplizierten Prozesse bei der Wundheilung die Infektion durch Bakterien behandelt. Insbesondere die Qualität der Wundheilung wird durch die Art und Anzahl der vorhandenen Bakterien beeinflußt. Normalerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen den im Wundareal vorhandenen Bakterien und der Resistenz des Wirts gegen die Bakterien. Bei einer Störung des Gleichgewichts kommt es zu einer Infektion.

Im Moment der Wundsetzung treten als primäre Messenger mehrere Arachnidonsäureprodukte auf. Für verschiedene Entzündungsmediatoren wurde gezeigt, daß sie bakterielle Proliferation fördern. Ferner interferieren insbesondere S.aureus und E.coli (bzw. von ihnen produzierte Endotoxine) mit den Platelets. Umgekehrt produzieren Bakterien Entzündungsmediatoren, die die Migration von Leukozyten beeinflussen. Geringe Dosen von Bakterien beschleunigen die Bildung von Granulationsgewebe, während große Mengen die Reparaturprozesse verlangsamen. Der nächste bakteriell beeinflußte Schritt ist die Angiogenese. Epithelialisierung erfolgt nicht bei Anwesenheit von mehr als 105 Bakterien pro Gramm Gewebe. Ebenso wird die Qualität der extrazellulären Matrix durch geringe Bakterienmenge positiv, durch hohe negativ beeinflußt. Quantitative Bakteriologie führte zu dem Ergebnis, daß die Zahl von 105 Bakterien pro Gramm Gewebe eine kritische Schwelle darstellt.

Im Tierversuch wurde gezeigt, daß bei Hauttransplantaten die Anwesenheit von hohen Bakterienzahlen bzw. deren Produkten schädlich für die Annahme des Transplantats ist. Insbesondere Streptokokken, Staphylokokken und Pseudomonaden wirken dabei negativ.

Keywords
Wundheilung, bakterielle Infektion

Anschrift

Dr. M. C. Robson
Chief
Surgical Services (112)
Department of Veterans Affairs
Medical CenterBay Pines
Florida 33504
U.S.A.

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