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2. Ausgabe 1996 |
Mein Konzept bei der Langzeitbeatmung von Intensivtherapiepatienten
K. Lewandowski
Klassische Ziele jeder Beatmungstherapie sind die
Wiederherstellung oder Aufrechterhaltung einer ausreichenden
Oxygenierung und Kohlendioxidelimination. Neuere Untersuchungen
haben gezeigt, daß im Prinzip jede Form der maschinellen
Beatmung die erkrankte Lunge zusätzlich schädigen kann. Drei
Hauptschädigungsfaktoren werden heute dafür verantwortlich
gemacht: (1) hohe inspiratorische Sauerstoffkonzentrationen [1],
(2) große Atemzugvolumina [2] und (3) hohe Atemwegsdrucke [3].
Ergebnisse verschiedener tierexperimenteller Arbeiten haben
ergeben, daß bei der maschinellen Beatmung große
Atemzugvolumina (Volutrauma) die Lunge stärker schädigen als
hohe Atemwegsdrucke (Barotrauma) [2]. Stewart und Slutsky [4]
haben in der Formel P2 R2 präzisiert,
worauf sich eine moderne Beatmungstherapie für das akute
Lungenversagen konzentrieren muß: "Protect the
ventilated lung; Prevent oxygen toxicity; Recruit
the infiltrated, atelectatic, and consolidated lung; Reduce
the anatomic and alveolar dead space".
Im folgenden soll ein Konzept für die Langzeitbeatmung von
Intensivtherapiepatienten mit verschiedenen Schweregraden des
akuten Lungenversagens vorgestellt werden, das geeignet ist, die
gestörte Gasaustauschfunktion der Lunge wiederherzustellen und
gleichzeitig beatmungsinduzierte Schäden zu minimieren.
Maschinelle Ventilation
Während der letzten Jahre ist auf dem Gebiet der Behandlung des
akuten Versagens der Atmung eine verwirrende Vielzahl von neuen
Beatmungstechniken eingeführt worden. Von allen heute möglichen
Varianten der Unterstützung der Atmung sind speziell für die
Langzeitbeatmung von Intensivpatienten mit verschiedenen
Schweregraden des akuten Lungenversagens jedoch nur diejenigen
Beatmungsverfahren empfehlenswert, die die Wiederherstellung der
gestörten Gasaustauschfunktion der Lunge mit maximaler
Lungenprotektion verbinden.
Keywords
Langzeitbeatmung, maschinelle Ventilation, Lungenversagen,
beatmungsindizierte Lungenschäden, permissive Hyperkapnie
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