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2. Ausgabe 1996 |
Die Grenzen der Fähigkeit zur Streßverarbeitung bei Schwestern und Pflegern in der Intensivmedizin
W. Schaufeli, P. le Blanc
In diesem Beitrag werden die ersten Ergebnisse einer europäischen Studie zu Organisation und Management von Intensivstationen vorgestellt. In diesem sogenannten EURICUS-I Projekt, in dem achzig Intensivstationen aus dreizehn europäischen Ländern teilnehmen, handelt es sich um die Identifizierung von Faktoren auf der Ebene des Personals, der Organisation und des Managements, die die medizinische Leistung der Station entscheidend beeinflussen. Einer dieser Faktoren ist, so wird angenommen, die ´psychologische Qualität´ des Pflegepersonals. Wenn nämlich das Pflegepersonal zu stark psychisch beansprucht wird, so daß der Prozeß des ´Ausbrennens´ in Gang gesetzt wird, könnte dies die Pflegeleistung der Station beeinträchtigen.
Anhand von empirischen Daten von etwa 2.000 Krankenschwestern und Pflegern aus der Intensivmedizin, die am EURICUS-I Projekt teilgenommen haben, wird die Beziehung zwischen Arbeitsbelastung und Burnout (´ausbrennen´) dargestellt. Dabei werden sowohl subjektive wie auch objektive Indikatoren von Arbeitsbelastung herangezogen. Darüber hinaus läßt sich, zumindest von einigen Ländern, das relative Burnoutniveau von Pflegepersonal im Intensivbereich im Vergleich zu einigen anderen relevanten Berufsgruppen bestimmen.
Entscheidend jedoch im Rahmen dieses Beitrags ist die Frage, inwieweit die positive Beziehung zwischen der subjektiv wie objektiv erfaßten Arbeitsbelastung und Burnout von Bewältigungsressourcen beeinflußt wird. Es wird empirisch geprüft, ob situationsbezogene Bewältigungsressourcen wie Handlungsspielraum und personenbezogene Bewältigungsressourcen wie Selbstwirksamkeit den negativen psychischen Folgen hoher Arbeitsbelastung entgegenwirken. Das heißt, es wird erwartet, daß eine hohe Arbeitsbelastung nicht zu negativen psychischen Folgen (d.h. Burnout) führt, wenn genügend Handlungsspielraum angegeben ist und die Schwestern und Pfleger über ein ausreichendes Maß an Selbstwirksamkeit verfügen.
Die praktischen Implikationen der Befunde dieser empirischen Studie werden in Hinblick auf prophylaktische Maßnahmen, die auf der Ebene des Managements der Intensivstationen ergriffen werden können, diskutiert.
Keywords
Intensivmedizin, Burnout, Streßverarbeitung, EURICUS-I Projekt
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