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2. Ausgabe 1996 |
Was kann mit der TEE im OP dargestellt werden und was nicht?
R. Brase
Echokardiographische Untersuchungen sind wichtige diagnostische Verfahren bei kardialen Erkrankungen. Diese Ultraschalluntersuchungen haben mehrere technische Begrenzungen, die auch für die Anwendung der transösophagealen Echokardiographie (TEE) gelten.
Die maximale Bildauflösung im TEE liegt bei etwa 1 Millimeter. Mit der TEE können in Echtzeit zweidimensionale Schwarz-Weiß-Schnittbilder des Herzens, der thorakalen Aorta sowie der zentralen Pulmonalarterie dargestellt werden. Hieraus sind Abstandsmessungen zwischen den Herzstrukturen möglich. Dichteunterschiede werden durch Graustufen wiedergegeben. Abhängig vom Winkel zwischen der Blutflußrichtung und dem Ultraschallstrahl kann man im 2D-Bild auch Blutflußrichtungen und -geschwindigkeiten abbilden sowie zwischen laminarem und turbulentem Blutstrom unterscheiden. Die TEE-Untersuchung ermöglicht somit ergänzend zu anderen Verfahren eine morphologische Beurteilung des Herzens und seiner Bewegungsabläufe.
Ultraschallgeräte können nur aus dem Anteil der Ultraschallwellen ein Bild erstellen, die nach der Aussendung vom Schallkopf auch zu diesem zurückkehren. Die Energie der Ultraschallwellen wird entweder a) abgeschwächt (Absorption, Streuung, Reflektion), b) abgelenkt, c) reflektiert oder d) gestreut. Ultraschallwellen können große Impedanzunterschiede zwischen den Geweben sehr schlecht überwinden. Wenn Ultraschallwellen von einem starken Reflektor (z.B. Kalk, künstliche Herzklappen) zurückgeworfen werden, kommt es zu einem akustischen Schatten "hinter" dem Reflektor. Ultraschall wird durch Luft stark abgeschwächt, die Eindringtiefe und Bildqualität sinkt somit ab. Reflektion von Ultraschallwellen erfolgt am Übergang zwischen Geweben unterschiedlicher Dichte. Gewebe, die in ihrer Dichte wesentlich von der Dichte des Wassers (höhere Dichte: Knochen, Metall; niedrigere Dichte: Luft) abweichen, sind starke Schallreflektoren und für diagnostische Ultraschallverfahren schwer durchdringbar.
Diagnostische Ultraschallverfahren sind durch die Eindringtiefe von Ultraschallwellen bzw. die Überlagerung des ausgewerteten "Echos" durch Streusignale begrenzt. Die größte Bildtiefe handelsüblicher TEE-Sonden liegt bei 24 cm. Die Bildqualität ist patienten- und schallkopfabhängig. Schallköpfe mit niedriger Frequenz (z.B. 2,5 MHz) haben eine höhere Eindringtiefe, aber eine geringere Bildauflösung. Schallköpfe mit höherer Frequenz (z.B. 3,5 MHz) haben eine geringere Eindringtiefe, aber eine weit bessere Bildauflösung. Da die TEE-Sonde direkt hinter dem Herzen liegt und daher die Eindringtiefe nicht so groß sein muß wie bei der transthorakalen Echokardiographie, werden 5-MHz-Sonden mit hoher Bildauflösung eingesetzt. Bei gutem Sondenkontakt mit der Ösophaguswand, bei schlanken Patienten mit günstiger Herzachsenlage lassen sich hochwertige Bilder gewinnen. Dagegen ergeben Untersuchungen stark adipöser oder emphysematöser Patienten bzw. solche mit ungünstiger Herzachsenlage (abweichend vom Ösophagus) qualitativ schlechtere Bilder. Ösophagusstrikturen oder -divertikel, Ösophagitis, Zustandsbilder nach Ösophagusbestrahlungen oder -eingriffen sind wegen des Perforations- und Blutungsrisikos Kontraindikationen für die TEE-Untersuchung.
Der Informationsgehalt der Methode ist neben den technischen Begrenzungen vom Ausbildungsstand und der Erfahrung des Untersuchers abhängig. Für eine Grundausbildung in der transösophagealen Echokardiographie muß mit einer Mindestzeit von drei Monaten gerechnet werden. In dieser Zeit sollte auch die transthorakale Untersuchungstechnik erlernt werden. Nach der Basisausbildung kommt eine zweite Lernphase. Sie besteht in der selbständigen Durchführung von ca. 100 TEE-Untersuchungen und deren Interpretation sowie Diskussion mit einem erfahrenen Untersucher. Danach soll ein Untersucher mindestens 50 TEE-Untersuchungen pro Jahr vornehmen, um seine Qualifikation zu halten (Forderungen der American Society of Echocardiography).
Bei der transösophagealen Echokardiographie liegt die Sonde im Ösophagus oder im Magen. Die Sonden sind Miniaturschallköpfe, die auf die Spitze eines flexiblen Gastroskops montiert sind. Heute eingesetzte Sonden lassen sich nach ihren möglichen Blickebenen in monoplane (nur horizontal - 0°), biplane (horizontal - 0° und vertikal - 90°) und multiplane (0 - 180°) Sonden unterscheiden. Die Darstellmöglichkeiten hängen vom eingesetzten Sondentyp ab. Während die monoplanen Sonden auch bei Ausschöpfung aller Einstellungsmöglichkeiten des Gastroskops nur wenige Standardeinstellungen ermög-lichen, ist diese Anzahl bei den biplanen Sonden erhöht. Die Einführung der multiplanen Sonde hat einen deutlichen Fortschritt in den Untersuchungsmöglichkeiten gebracht. Sie ist für diagnostische Fragestellungen heutzutage die Sonde der Wahl. Bi- und multiplane Sonden mit gepulsten und kontinuierlichen Farbdopplermöglichkeiten integrieren alle gängigen technischen Verfahren der Sonographie.
Die hohe Bildauflösung macht die TEE zum bildgebenden Untersuchungsverfahren der Wahl bei der Diagnostik der Endokarditis. Bei der Diagnostik der Aortendissektion ist sie der Sensitivität und Spezifität der Computertomographie und Kernspintomographie in etwa ebenbürtig. Ein großer Vorteil ist die schnelle bettseitige Aussagefähigkeit. Veränderungen der Aorta unterhalb des Zwerchfelles sind mit der TEE meist nicht sichtbar.
Die Sondenlage in Ösophagus und Magen beschränkt die Anzahl der möglichen Schallrichtungen auf das Herz und die Aorta. Die Messung von Blutströmungsgeschwindigkeiten mit dem Dopplerverfahren erfordert die Plazierung des Dopplerstrahles mit möglichst geringer Abweichung von der angeloteten Strömungsrichtung. Die mit der TEE durchgeführten Dopplermessungen lassen sich selten optimal auf die Strömungsrichtung der intrakardialen Blutströmungen ausrichten und sind daher bezüglich ihrer Genauigkeit immer mit Vorsicht zu bewerten. Oft lassen sich an stenotischen Klappen mit der transthorakalen Echokardiographie höhere Flußgeschwindigkeiten als mit der TEE messen. Die Berechnung der Öffnungsfläche von Klappenstenosen auf der Basis von Dopplermessungen (maximale transvalvuläre Beschleunigung des Blutstroms nimmt mit abnehmender Klappenöffnung zu) bleibt wegen der vielfachen Schallfenster eine der Domänen der transthorakalen Echokardiographie. Die semiquantitative Methode der farbkodierten (blau/rot für Strömungsrichtung, mosaikfarbig für turbulenten Fluß) Darstellung der Strömungsgeschwindigkeiten ("Farbdoppler") ist ebenfalls vom Winkel Blutfluß/Dopplerstrahl abhängig. Unter Berücksichtigung des Winkels ermöglicht die Farbdopplerdarstellung eine schnelle Erkennung pathologischer Strömungsmuster und -richtungen. Turbulente Flußmuster werden in der Regel als pathologisch bewertet und sind die Basis semiquantitativer Beurteilungen von Klappeninsuffizienzen.
Die TEE ist ein sehr sensitives Verfahren zur Darstellung von Luft in der Blutbahn. So läßt sich sowohl die akzidentelle Luftembolie als auch die paradoxe Luftembolie und der Erfolg der kardialen Entlüftung nach Operationen am offenen Herzen mittels TEE leicht und zuverlässig überprüfen. Sehr kleine Luftblasen werden heute z.B. bei der Diagnostik der Vorhofseptumdefekte als Echokontrastmittel benutzt.
Die Begrenzung auf das Schallfenster Ösophagus / Magen erschwert auch eine optimale Ausrichtung des TEE-Ultraschallbildes in bezug auf die Herzachsen und Klappenebenen. TEE-Bilder weichen leicht von den Herzachsen ab, daher ist die Herzspitze oft nicht genau darstellbar. Messungen des Herzvolumens (unter Messung der Herzlängsachse) und Untersuchungen der Herzspitze (Aneurysma, Thrombus) sind somit problematisch.
Im einzelnen lassen sich mit der TEE folgende Strukturen
darstellen:
Aortenklappe
Gute Bildauflösung, besonders mit der multiplanen Sonde gelingt
eine sehr gute funktionelle Beurteilung der Klappenmorphologie
und -öffnung sowie der benachbarten Strukturen. Die Beurteilung
der Funktion von Kunstklappen ist zum Teil nur eingeschränkt
möglich. Bei Doppelklappenersatz ist die Untersuchung schwierig,
da die künstliche Mitralklappe den linksventrikulären
Ausflußtrakt verschattet.
Mitralklappe
Die TEE ermöglicht eine sehr gute Bildauflösung bei der
Darstellung der Mitralklappe mit einer funktionellen Beurteilung
der Klappenmorphologie in ihren anatomischen Segmenten und
Abgrenzung der verschiedenen zugrundeliegenden Veränderungen.
Die direkte planimetrische Messung der Mitralklappenöffnung und
die Messung der transvalvulären Flußgeschwindigkeit per Doppler
ermöglichen eine Einschätzung einer Mitralstenose.
Mitralklappeninsuffizienzen können wie auch alle anderen
Klappeninsuffizienzen mit der TEE nur semiquantitativ eingestuft
werden.
Die TEE mit multiplaner Sonde ist das Verfahren der Wahl zur
Planung des intraoperativen chirurgischen Vorgehens und zur
anschließenden Beurteilung des Erfolgs einer Klappenreparatur an
der Mitralklappe. Es ist ein sensitives Verfahren zur
Funktionsprüfung einer Kunstklappe, zum Ausschluß von
paravalvulären Lecks und bei der Beurteilung der Vorhofseite von
Kunstklappen. Problematisch ist die Einschätzung der
Ventrikelseite von Kunstklappen durch die akustischen
Verschattungen durch Klappenring und Segel.
Trikuspidalklappe
Auch hier bietet die TEE eine gute Bildauflösung mit
funktioneller Beurteilung der Klappenmorphologie, Klappenöffnung
und der semiquantitativen Einschätzung der Klappeninsuffizienz.
Pulmonalklappe
Die Pulmonalklappe ist die im TEE am schwierigsten darzustellende
Klappe. Allerdings sind Erkrankungen dieser Klappe im
Erwachsenenalter sehr selten.
Linker Vorhof
Der linke Vorhof ist sehr gut sichtbar. Die TEE ist das Verfahren
der Wahl bei der Suche nach Thromben (z. B. bei Vorhofflimmern,
Mitralstenose) und Tumoren im linken Vorhof und Herzohr. Mit der
biplanen Sonde lassen sich die meisten Defekte in der
Vorhofscheidewand direkt nachweisen und Flußmessungen in
mehreren Lungenvenen durchführen. Eine multiplane Sonde ist
günstig bei der Untersuchung eines Sinus-venosus-Defektes.
Rechter Vorhof
Der rechte Vorhof ist vom Schallkopf weiter entfernt. Daraus
ergibt sich im Vergleich zum linken Vorhof eine etwas schlechtere
Bilddarstellung. Die biplane transösophageale Untersuchung
ermöglicht in mehreren Ebenen eine gute Darstellung des rechten
Herzohres, des Überganges zwischen Hohlvenen und Vorhof
sowie einen Einblick in mehrere Zentimeter der oberen Hohlvene.
Defekte in der Vorhofscheidewand sind gut darstellbar. Die TEE
mit Kontrastmittel ermöglicht die Diagnose einer doppelten
oberen Hohlvene mit Einmündung in den gut erkennbaren
Koronarsinus.
Linke Herzkammer
Die TEE ermöglicht eine gute Darstellung und Beurteilung der
regionalen Wandbewegungen des linken Ventrikels. In der
horizontalen Midpapillarmuskelebene sind Versorgungsgebiete aller
drei Koronararterien repräsentiert. Sie ist leicht einzustellen
und auch daher die Standardebene für das Monitoring regionaler
Wandbewegungsstörungen. Ischämien gehen schon vor
EKG-Veränderungen mit regionalen Wandbewegungsstörungen einher.
Die TEE-Betrachtung der Midpapillarmuskelebene unterscheidet
unspezifische, nur im EKG auftretende Veränderungen ohne
muskuläres Äquivalent von funktionell relevanten
Ausfällen in der Myokardkontraktion. Wegen der damit möglichen
Rückschlüsse auf Störungen in der koronaren Blutversorgung
wird die TEE in der Herzchirurgie als sensibelste
Untersuchungsmethode der Ischämiediagnostik eingesetzt. Da die
Sonde im OP während der Einleitung stört bzw. die Einführung
der Sonde bei wachen Patienten auch mit hämodynamischen
Stressreaktionen verbunden sein kann, wird die Sonde erst nach
Narkoseeinleitung plaziert und vor Ausleitung entfernt. Daher
kann sie nicht zur Überwachung der Myokardfunktion
während Einleitung und Ausleitung genutzt werden.
Die Beurteilung der Pumpfunktion der linken Kammer wird häufig anhand der "Ejektionsfraktion" vorgenommen. Da die Herzfunktion bei koronarer Herzerkrankung typischerweise regional stark unterschiedlich ist, ist dies kritisch zu bewerten. Bei der Verwendung der globalen Methode der Ejektionsfraktion sind ihre typischen Begrenzungen durch fehlende Einbeziehung nicht einsehbarer Areale (hyperdynam, hypodynam, aneurysmatisch) und durch die Überschätzung der Ejektionsfraktion bei gleichzeitig bestehender Mitralinsuffizienz zu beachten. Die Betrachtung des Ventrikels in der Midpapillarmuskelebene ermöglicht neben der Kontraktilitätseinschätzung auch eine schnelle und sichere Beurteilung der Ventrikelfüllung.
Mit einer multiplanen TEE-Sonde lassen sich Abweichungen
zwischen Herzachse und Ösophagusverlauf besser ausgleichen
und somit mehr Abschnitte der linken Kammer als mit den biplanen
Sonden untersuchen. Die Herzspitze ist allerdings auch mit einer
multiplanen Sonde nicht immer einsehbar. Eine gute Darstellung
des linksventrikulären Ausflußtraktes und des Septums bei der
Diagnose der subvalvulären muskulären und membranösen
Aortenstenose und der erfolgreichen Korrektur der
hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie ist möglich.
Rechte Herzkammer
Der rechte Ventrikel ist vom Schallkopf am weitesten entfernt.
Durch die komplexe geometrische Gestalt entzieht sich der rechte
Ventrikel einer einfachen Funktionsbeurteilung. Auf einen Wert
reduzierte Angaben zur Funktion, wie etwa die Ejektionsfraktion
am linken Ventrikel, sind hier nicht möglich. Die Beurteilung
der rechtsventrikulären Funktion kann daher in der klinischen
Praxis nur grob abgeschätzt werden.
Aorta / Koronargefäße
Die ersten 5 - 7 Zentimeter der Aorta ascendens lassen sich gut
darstellen. Der Abgang und Hauptstamm der linken Koronararterie
sind meist sichtbar. Das rechte Koronarostium bzw. proximale
Abschnitte der großen Koronararterien sind nur in ca. 50 % der
Patienten zu sehen. Alle Darstellungen von Koronargefäßen sind
als tangentiale Schnitte zu bewerten. Seltene Fisteln von
Koronargefäßen (angeboren, nach Herzverletzungen oder
HOCM-Resektion) sind z.T. sichtbar. Im weiteren Verlauf der Aorta
ascendens tritt je nach Sondentyp ein mehrere Zentimeter langer
"blinder Fleck" durch den Schatten des rechten
Hauptbronchus auf. Eine optimale Untersuchung des Aortenbogens
wie auch die Lokalisation von Aus- und Eintrittstellen bei
Aortendissektionen erfordert eine multiplane Sonde und erfaßt
nicht immer alle der oft multiplen Durchtrittsstellen. Die Aorta
descendens ist bis jenseits des Zwerchfelles einsehbar und läßt
sich dabei abhängig vom Sondentyp in mehreren Schnittebenen
darstellen. Farbdoppler und gepulste Doppler-Untersuchungen
ermöglichen bei Aortendissektionen eine Unterscheidung zwischen
perfundiertem und nicht perfundiertem Lumen. Trotz der
vorgenannten technischen Begrenzungen ist die multiplane TEE
heute in der Diagnostik der Aortendissektion eine der
Angiographie und CT-Diagnostik vergleichbare Methode.
Pulmonalarterie
Der Hauptstamm der Pulmonalarterie ist gut darstellbar. Die
rechte Pulmonalarterie ist mit einer multiplanen Sonde weit
einsehbar, die linke Pulmonalarterie nur für etwa 1 cm. Zentrale
Lungenembolien sind z. T. direkt darzustellen, indirekte Zeichen
wie Rechtsherzbelastung können zur Diagnosestellung beitragen.
Linksseitige und periphere Lungenembolien sind nicht direkt
darstellbar. Zur HZV-Bestimmung über Dopplermessung des
Pulmonalisflusses sind eine Parallelisierung des Dopplerstrahles
mit dem Blutfluß und eine zuverlässige Durchmesserbestimmung
der Pulmonalarterie bzw. Aorta im zweidimensionalen Bild nötig.
Da es bei beiden Ansätzen leicht zu unbemerkten Ungenauigkeiten
kommen kann, ist die HZV-Messung per Dopplerverfahren kritisch zu
bewerten. Die Abschätzung der Pulmonalisdrucke über die
Dopplermessung einer Trikuspidalinsuffizienz ist nur durch eine
transthorakale Untersuchung möglich.
Die transösophageale Echokardiographie im OP
Die intraoperative transösophageale Echokardiographie bietet
eine besondere Möglichkeit zum Erlernen der Technik. Da der
Patient narkotisiert und durch die Untersuchung subjektiv nicht
so belastet ist wie im Wachzustand, kann sich der Auszubildende
etwas mehr Zeit lassen. Insbesondere in der Herzchirurgie
ermöglicht der direkte Vergleich zwischen Erscheinungsbild der
Herzstrukturen im Ultraschallbild und der Wirklichkeit am
Patienten einen hohen Lerneffekt. Das wird noch unterstützt
durch den Vergleich zwischen im Echo beobachteten Veränderungen
und den invasiv gemessenen Daten.
Alle kardialen Strukturen sind dreidimensional. Ein Echobild ist zweidimensional. Die fehlende dritte Dimension des Echobildes wird dadurch ausgeglichen, daß man bei der Untersuchung das jeweilige Zielgebiet im Herzen aus mehreren Blickwinkeln untersucht und sich so eine dreidimensionale Vorstellung der Struktur schafft. Der Vergleich dieser gedanklichen Rekonstruktion mit der Wirklichkeit läßt sich bei der TEE in der Herzchirurgie besonders gut erlernen.
Die transösophageale Echokardiographie ermöglicht dem Anästhesisten / Chirurgen einen neuen, funktionsbezogenen Blickwinkel auf das Herz. Die TEE erhöht das Verständnis der Hämodynamik von Herzerkrankungen und ermöglicht als bildgebendes Verfahren durch die hohe Qualität der Informationen die verbesserte Erkennung therapiewürdiger Erkrankungen und ist somit in der Lage, das operative Outcome einzelner Patienten (Klappenvitien und -operationen, Endokarditiden, Shuntvitien, Aortendissektionen, Lungenembolien, Herztraumen, unklare hämodynamische Entgleisungen) signifikant zu verbessern.
Keywords
Anaesthesie, TEE, Herzchirurgie, Diagnostik
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