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| Fortbildung
Traumatologie Unfallmechanismus und Verletzungsmuster beim Polytraumapatienten Korrelationen von Befunden der Erst- und Zweituntersuchung K.Wolf, P. Soltay, M. Sashegyi, E. Höcherl Fortsetzung Kurs 1 ABCD,
Vitalparameter und Erstuntersuchung Beachtenswerte Verletzungen, die unmittelbar die Ventilation verschlechtern - womöglich zur elektromechanischen Dissoziation führen - , sind der Spannungspneumothorax, der instabile Thorax mit der Lungenkontusion, der massive Hämatothorax und der offene Pneumothorax. Diese Verletzungen sollte bereits die Erstuntersuchung erfassen. Die Hämorrhagie ist die dominante
Ursache für den Tod nach Trauma. Primär sollte jede
Hypotension nach Unfall als Hypovolämie betrachtet
werden. Weitere Informationen geben die Bewußtseinslage,
die Hautfarbe und der vorhandene Puls des Patienten. Eine
äußere stark blutende Verletzung wird bereits bei der
Erstuntersuchung erfaßt. Rascher manueller Druck,
Kompressionsverband oder eine Blutdruckmanschette können
helfen, eine Blutung zu kontrollieren. Tourniquets sind
zu vermeiden. Hämorrhagien in den Thorax oder in die
Abdominalhöhle, Einblutungen in das umgebende
Weichgewebe einer Schaftfraktur eines langen
Röhrenknochens oder in den Retro- bzw.
infraperitonealraum bei Beckenfraktur sind die
Lokalisationen eines okulten Blutverlustes. Eine rasche
neurologische Evaluierung (Glasgow Coma Scale) findet am
Ende der Erstuntersuchung statt. Die Zweituntersuchung verläuft vom Kopf bis zur Zehenspitze. Sie beinhaltet eine Komplettierung der Informationen über den Unfallhergang, eine komplette körperliche Untersuchung und eine nochmalige Kontrolle aller Vitalparameter. Die Möglichkeit, eineVerletzung zu übersehen, ist sehr groß, insbesondere beim bewußtlosen instabilen Patienten. Die Zweituntersuchung umfaßt eine komplette neurologische Untersuchung, einschließlich der Erfassung der Glasgow Coma Scales, falls er nicht bereits vor der Intubation dokumentiert wurde. Eine komplette medizinische Erfassung sollte den Unfallmechanismus miteinschließen. Häufig läßt sich dies nicht von einem traumatisierten Patienten einholen. Die präklinischen Unfallhelfer, Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter können hierzu wertvolle Informationen liefern. Einige Verletzungen lassen sich aufgrund der Richtung und der Summe der freiwerdenden Energie deuten. Wir klassifizieren zwei große Kategorien, das stumpfe und das penetrierende Trauma. Das stumpfe Trauma resultiert z.B. aus einer Fahrzeugkollision, Sturz aus großer Höhe oder berufsbezogenen Unfällen. Wichtige Informationen lassen sich bei einer Fahrzeugkollision erheben, wie z.B. der Gebrauch der Sicherheitsgurte, die Lenkradverformung, die Richtung der einwirkenden Kraft, Verformungen des Automobils (Hauptdeformierung) oder Eindringen der verformenden Kraft in die Fahrgastzelle oder Herausschleudern der Fahrzeuginsassen. Grobe Anhaltskriterien bieten sich für die Beurteilung der Verletzungsschwere bei Verkehrsunfällen mit Personenkraftwagen. Diese Kriterien sind jedoch nur für angegurtete Insassen und für Insassen bis etwa 60 Jahre gültig. Für nichtangegurtete PKW-Insassen ist die Verletzungsschwere vom Aufprallort abhängig und entsprechend höher. Es ist selbstverständlich, daß die
genannten Aspekte und Situationen durch die jüngeren
Kollegen im Notarztdienst diskutiert werden sollten und
daß auch manuelle Fertigkeiten nur durch
"Trockenübungen" erworben werden können. Wir
betrachten es einerseits als eine Pflicht und
andererseits als eine reizvolle Aufgabe, an unserem
Klinikum in München Schwabing ATLS-Kurse abzuhalten. Literatur: 1. Commitee on Trauma. Advanced Trauma Life Support for Doctors, Instructor Manual. 6Th ed. Chicago, III American College of Surgeons; 1997 2. Wolf K. Notfallfibel,
Tips und Tricks für Notärzte und Rettungsassistenten.
Nach den Richtlinien der AGMN (Arbeitsgemeinschaft
Münchner Notärzte). 2. Auflage August 1991,
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