Werner Kuckelt, Peter H. Tonner (Hrsg.)

Jahrbuch Intensivmedizin 2011/2012

2011, Hardcover, 424 Seiten,
ISBN 978-3-89967-722-5,
Preis: 50,- Euro

Seit langem ist die Intensivmedizin mit der Behandlung immer älterer Patienten mit zahlreichen Risikofaktoren und der Organisation immer komplizierter werdender Arbeitsprozesse beschäftigt.
Einerseits begründet der medizinische Fortschritt die Möglichkeit zu immer umfangreicheren Behandlungs- und Pflegekonzepten. Andererseits stellen immer häufiger Komplikationen, iatrogene Ereignisse, ein wachsender Mangel an Kenntnissen, Defizite in der Organisationsstruktur, unzureichendes Teamtraining und eine schwache Kommunikationskultur wünschenswerte Behandlungserfolge infrage.
In diesem Zusammenhang werden auch Begriffen wie Management, Effektivität, Standardisierung, Qualitätskontrolle, Kostenkontrolle, Personalmanagement zu tragenden Elementen im Konstrukt der täglichen Arbeit, wobei deren Bedeutung und Bezug zur eigenen Tätigkeit häufig unklar und verschwommen bleiben.
Alle diese Faktoren bewirken auf Intensivtherapiestationen zunehmend arbeitsbedingten Belastungsstress und immer deutlicher als Krankheitsbild erkennbar "burn out" der Beschäftigten.
Mit diesen Problemen muss sich die Intensivmedizin aktiv und konstruktiv auseinandersetzten, da es konkrete Hinweise darauf gibt, dass zwischen der Beherrschung dieser Problemfelder und dem Überleben einzelner Patienten in der Intensivmedizin ein sehr enger Zusammenhang existiert.
Der steigende Bedarf an mehr Kompetenz und Kenntnis sowie das immer noch uneinheitliche und nicht aufeinander abgestimmte Ausbildungsniveau der auf den Intensivtherapiestationen tätigen Ärztinnen, Ärzte, Schwestern, Pfleger, medizinisch- technischen Assistenten und Techniker bestärkt in der Überzeugung, dass für die Intensivmedizin und Intensivpflege ein ganzheitliches, alle Berufsgruppen einbeziehen-des und jeden erreichendes Fort- und Weiterbildungskonzept notwendig ist.
Die Vorstellung, dass dadurch auch das Selbstbewusstsein und der Teamgeist in Intensivmedizin und Intensivpflege gestärkt wird, spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Hoffnung auf Verbesserung der Ergebnisse bei der Behandlung schwerstkranker Intensivtherapiepatienten.


Inhalt:

Organversagen

Maximilian Ragaller: Organversagen – Versagen oder Überlebensstrategie?

Michael Bernhard, Silvia Steinebach, Jürgen Knapp, Michael Henrich, Markus A. Weigand, Andreas Hecker: Sepsis für Nichtintensivmediziner – Früherkennung und initiale Behandlung

Peter Neumann: Therapie des ARDS

Rolf Dembinski: Extrakorporale Gasaustauschverfahren in der Intensivmedizin

Erik Michael, Detlef Kindgen-Milles: Das akute Nierenversagen – Nierenersatztherapie auf der Intensivstation

Michael Schütz, Hans-Bernd Hopf: Ökonomische Nierenersatztherapie auf der Intensivstation

Christian Meyer, Christian Eickholt, Tobias Zeus, Tienush Rassaf, Marc Merx, Malte Kelm, Ralf Westenfeld: Interventionelle und kreislaufunterstützende Verfahren in der Behandlung des kardiogenen Schocks

Hans-Joachim Trappe: Differentialdiagnose von Rhythmusstörungen im Oberflächen-EKG: Tipps und Tricks für die Intensivmedizin

Hans-Joachim Trappe: Arrhythmietherapie in der Intensivmedizin: Was ist notwendig, was überflüssig?


Organspende

Christian Prause, Alexandra Hesse: Organspende in der klinischen Praxis

Berthold Bein, Patrick Meybohm: Remote Konditionierung zur Organprotektion: Von der experimentellen Evidenz zur klinischen Anwendung


Therapieoptimierung

Thomas W. L. Scheeren: „Goal-directed therapy“ im OP: Welches Monitoring, welche Zielparameter?

Jochen Renner, Patrick Meybohm, Berthold Bein: Steuerung der Volumentherapie


Therapiekonzepte

Florian Reifferscheid, Berthold Bein, Volker Dörges: Beatmung während des Intensivtransports

Patrick Meybohm, Ina Welk: Therapeutische Hypothermie auf der Intensivstation

Silke Müller: Physiotherapie: Eine Übersicht über das Spektrum und das Einsatzgebiet auf Intensivstationen

Hans-Joachim Trappe: Musik in der Intensivmedizin: Bedeutung und Perspektiven


Gastrointestinaltrakt

Stefan Wirz: Gastrointestinale Symptome in der Intensivtherapie

Jürgen Konradi: Die flexible endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES) auf der Intensivstation. Durchführung, typische Befunde und deren Implikationen


Spezielle Schwerpunkte

Hans Herbert Steiner, Gholamreza Ranaie, Jan Welker: Die aneurysmatische Subarachnoidalblutung

Emanuela Keller: Subarachnoidalblutung: Intensivmedizinische Therapie

Emanuela Keller, Wolfgang Dent: Bettseitige Überwachungsmethoden der zerebralen Hämodynamik und Oxygenation

Dierk Volz, Michael Köster, Hans-Bernd Hopf: Das Delir auf Intensivstationen

Hans Christian Wartenberg: Update Tumorschmerztherapie


Ethik und Prozessorganisation

Birgit Gottschlich: Klinisches Ethikkomitee (KEK) – Etablierung und praktische Erfahrungen

Christof Oswald: Die „Anordnung zum Verzicht auf Wiederbelebung“ im Krankenhaus – Erfahrungen mit der leitliniengestützten Praxis in der Nephrologie am Klinikum Nürnberg

Martin Knoll: Kostenreduktion auf Intensivstationen durch Professionalisierung am Beispiel hygienisch-pflegerischer Handlungspotentiale

Stephan Alexander Loer: Mitarbeiterjahresgespräch mit Zielvereinbarungen in Krankenhäusern

Tom Hansen, Peter Felleiter: Der Einsatz von EDV-Systemen in der Intensivpflege

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich


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