Josef Fangmann
Bedeutung des indirekten Präsentationsweges von MHC-Antigenen als Allopeptide in der Transplantation


2000, 80 Seiten, 
ISBN 3-935357-04-4, 
Preis: 10,- Euro


- vergriffen -

Die Untersuchungen lassen den Schluß zu, daß dem indirekten Präsentationsweg in einer Reihe von transplantationsrelevanten Konstellationen eine funktionelle Bedeutung zukommt. Hierzu gehören insbesondere Situationen, in denen eine vorangegangene Exposition gegenüber allogenen MHC Molekülen stattgefunden hat, unter anderem nach Bluttransfusionen, Schwangerschaften und früheren Transplantationen. Dies trifft auch für die chronische Abstoßungsreaktion zu. Akute und chronische Abstoßungsreaktionen, die durch unterschiedliche klinische und pathologische Besonderheiten charakterisiert sind, könnten somit dem vorgeschlagenen Konzept entsprechend immunologisch auf eine jeweils verschiedene Dominanz der T-Zell-Gruppen des direkten und indirekten Präsentationsweges zurückzuführen sein. Dabei würden die allopeptidspezifischen T-Zellen des indirekten Weges führend bei der chronischen Abstoßung wirksam werden.

Mit dem Nachweis einer funktionellen Relevanz von Allopeptiden bei Abstoßungsprozessen eröffnet sich die Möglichkeit, Allopeptide als immuntherapeutische Agentien zur gezielten Immunmodulation oder Immunintervention einzusetzen. Dieser Ansatz wird derzeit in mehreren Forschungsgruppen intensiv bearbeitet. Aufgrund bisher vorliegender Daten erscheint es aussichtsreich, eine zusätzliche allopeptidbasierte Immunsuppression auch in der klinischen Situation zu evaluieren. Dies könnte zur gezielten Hemmung der CD4-T-Zell-vermittelten indirekten T-Zellantwort eingesetzt werden mit dem Ziel, chronische Abstoßungsprozesse günstig zu beeinflussen.

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich


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