M. Blech, F.-E. Isemer
Nierenprotektion mit der HTK-Lösung

M. Blech untersuchte Anwendungen der HTK Protektion: 2 Nierenzellcarcinome bei eingeschränkter Funktion der kontralateralen Niere, ein bilaterales Nierenzellcarcinom, ein Nierenzellcarcinom bei Nierenbeckencarcinom der Gegenseite, ein Angiomyolipom und ein Nierenbeckenkelchausgußstein. Die operativ genutzte Ischämiezeit lag zwischen 36 und 113, median bei 54 Minuten.

Obwohl bei einer operierten Niere die anhand der seitengetrennten 131-Jod-Hippuran-Clearance ermittelte Ausgangsfunktion nach einigen Wochen nahezu wiedererreicht wurde, kam es für das Gesamtkollektiv eine Woche postoperativ zu einer medianen Funktionsminderung von 32%. Die Funktion verschlechterte sich bis zur 2. Woche, so daß zu diesem Zeitpunkt eine mediane Funktionseinbuße von 51% vorlag. Danach kam es jedoch zur Verbesserung der Nierenfunktion, so daß 3-56 Wochen postoperativ mediane Funktionsverluste von 35% bestanden, mit einer Tendenz zur weiteren Verbesserung. Damit lagen die funktionellen Ergebnisse unter Berücksichtigung der operationsbedingten Parenchymverluste nicht günstiger als die Resultate nach Perfusionshypothermie. Ein entscheidender Vorteil der HTK-Lösung für die in-situ-Anwendung liegt darin, daß nach einmaliger, initialer Organperfusion keine weiteren protektiven Maßnahmen durchgeführt werden müssen.

In einem tierexperimentellen, autologen Transplantationsmodell bei Hunden prüfte F. E. Isemer unter Anwendung des HTK-Verfahrens, inwieweit der Perfusionsdruck von 80 bzw. 120 cm H2O einen Einfluß auf die Protektionseffektivität bei einer kalten Ischämiezeit von 48h hat. Die Qualität der protektiven Perfusion wurde anhand der Äquilibrierung, der postoperative Verlauf anhand des Kreatinin- und Harnstoffverlaufes, des Hämoglobins sowie der Elektrolytschwankungen überprüft.

Im Ergebnis zeigt sich, daß bei einem Perfusionsdruck von 80 cm H2O eine unvollständige Äquilibrierung mit mäßiger Erholung der Organe nach Reperfusion resultiert. Die Anhebung des Perfusionsdruckes auf 120 cm H2O bei konstanter Ischämiebelastung von 48h zeigt in allen Parametern eine deutliche Besserung, vor allem auch im Kreatininverlauf nach Transplantation. Insofern ist ein erhöhter Perfusionsdruck bei Anwendung des HTK-Verfahrens zwingend notwendig.


- vergriffen -

1992, 48 Seiten, ISBN 3-928057-22-7, Preis: 23,- Euro

Pabst Science Publishers
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