F. Salomon
Leben und Sterben in der Intensivmedizin
Eine Herausforderung an die ärztliche Ethik



Die Leistungsfähigkeit der Medizin drängt uns zunehmend die Frage nach den Maßstäben unseres Handelns auf. Eine aufwendige Medizin bewahrt immer mehr Menschen vor dem unmittelbaren Sterben. Sie sind jedoch nicht alle gesund, sondern müssen vermehrt auch als Kranke, Behinderte und Leidende ihr weiteres Leben führen. Als Behandlungsergebnisse der leistungsfähigen, aber nicht allmächtigen Medizin dürfen sie nicht aus dem Blick verloren werden. Für eine verantwortliche Intensivmedizin sind ethische Leitlinien unentbehrlich. Ohne sie besteht die Gefahr, einem inhumanen Automatismus zu verfallen.

Untersuchungen auf einer operativen Intensivstation zur Teamarbeit, zum Umgang mit den Patienten, der Verarbeitung schwerster Erkrankungen und den Behandlungsergebnissen, dem Reden über das Sterben, der Erfahrung des Todes sowie zu Therapieentscheidungen bilden den empirischen Ausgangspunkt dieser Darstellung. Aus einem Entwurf eines Menschenbildes, in dem der Mensch mehrdimensional als Ganzheit, als Mitmensch, als geschichtliches und in einen Sinnzusammenhang außerhalb seiner selbst eingeordnetes Wesen verstanden wird, leitet der Autor Folgerungen für die intensivmedizinische Arbeit ab.

Der ethische Entwurf trägt dazu bei, Ängste vor einer als bedrohlich empfundenen Medizin zu relativieren und die Kritikbereitschaft an einer erfolgsorientierten Medizin zu stärken. Er unterstützt dadurch die sachliche Diskussion über einen wichtigen Zweig heutiger Medizin.


2. überarbeitete Auflage, 1996, 230 Seiten, ISBN 3-928057-07-3, Preis: 15,- Euro

Pabst Science Publishers
Eichengrund 28
D-49525 Lengerich


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